Zwei Milliarden Menschen

„There are nine million bycicles in Bejing, that’s a fact …“, sang Katie Melua vor 21 Jahren.

Als ich ein paar Jahre später selbst in China war, musste man sich beim Überqueren der kleinen Gässchen vorsichtig umdrehen, weil man die E-Bikes vom Geräusch her nicht wahrnahm. Der Weg hin zur E-Mobilität war damals schon deutlich wahrnehmbar.

Heute gibt es in Beijing etwa 13 bis 14 Millionen Zweiräder. Damit ist die Stadt heute fahrradreicher als zu Zeiten des berühmten Songs, nur hat sich die Mischung verändert: weniger klassische Räder, dafür ein massiver Boom bei E‑Bikes und Sharing-Systemen.

Als einer meiner Mentoren vor dreißig Jahren sagte: „In Asien leben zwei Milliarden Menschen. Die möchten alle, dass es ihnen so gut geht wie uns“, war das für mich ein abstrakter Gedanke. Ein Satz über globale Gerechtigkeit, über Zukunft und über Veränderung.

Fünfzehn Jahre später stand ich selbst mitten in dieser Zukunft. Meine erste berufliche Verantwortung in Asien brachte mich in eine Atmosphäre, die vibrierte: Aufbruch, Energie, Gestaltungswille. Nichts wirkte zufällig, nichts selbstverständlich. Menschen arbeiteten nicht für Besitzstände, sondern für Möglichkeiten.

> In diesem Moment wurde mir klar, wie trügerisch die Vorstellung ist, wir könnten unseren Wohlstand einfach konservieren. Die Welt wächst, entwickelt sich und fordert heraus.

> Wettbewerb ist eine Realität, die uns zwingt, besser zu werden. Gemeinsam, nicht gegeneinander.

> Der Blick über den eigenen Tellerrand ist dabei ein strategischer Vorteil. Wer andere Lebenswelten versteht, erkennt Muster, Chancen und Dynamiken, die im eigenen Umfeld unsichtbar bleiben. Interkulturelle Erfahrung ist der Schlüssel für Zukunftsfähigkeit.

Was ich aus Asien mitgenommen habe, ist eine Haltung: Wohlstand ist kein exklusives Recht. Fortschritt ist kein Nullsummenspiel. Und Führung bedeutet, sich der Welt zu öffnen. Nicht aus Idealismus. Aber aus Einsicht.

Und das ist eine wichtige Erkenntnis, wenn wir heute über politische Reformen sprechen. Es wird Zeit. Und es wird nicht leicht, aber: „Wir schaffen das“, richtig?

 

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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte dabei, interkulturelle Leitlinien im Alltag umzusetzen. Es geht darum, kulturelle Unterschiede nicht als Hürde, sondern als Stärke zu nutzen und in Alltagssituationen echte Verbindungen in Gesprächen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen vertrauensvoll aufzubauen.

Gerne können Sie einen Blick in mein Buch werfen: „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung“. Es ist erhältlich im Buchhandel und im Online‑Shop vom Verlag Barbara Budrich.

#Prepare4Landing Budrich Inspirited

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