Als mein amerikanischer Vorgesetzter mich über meine bevorstehende Beförderung informierte, bereitete er mich auf einen notwendigen Umzug vor.
Ich war Werksleiter in unserem Europäischen Stammwerk in Frankfurt. Und die Sitze der jeweiligen Business Units, für die unser Werk produzierte, lagen in Shanghai und in Dallas, Texas. Ich war nun als globaler Manufacturing Leader für einen der beiden Geschäftsbereiche vorgesehen.
Der Anruf kam ein paar Tage später und am Apparat war der Leiter der Business Unit aus Dallas. Er informierte mich und auf meine Frage, wann ich denn umziehen müsse, erlebte ich eine Überraschung.
„Bernd, we do have a global business around the globe. In the Americas, in Europe and in Asia. I expect you to be present to all of our sites and the best time zone either for your conference calls or for your travel organisation is in Europe. So, please stay in Frankfurt.“
Der Zeitunterschied betrug 6 bis 7 Stunden in unterschiedliche Richtung. Das hieß, für gemeinsame Video-Routinemeetings meines Teams musste ich 12 bis 14 Stunden Zeitunterschied berücksichtigen.
Eine Herausforderung.
Unsere Amerikaner waren Frühaufsteher. Ab 6 Uhr morgens lokaler Zeit konnte ich ohne Nachdenken mit ihnen planen. Aber das war ja frühestens 18 Uhr in Nanjing, unserem Werk in China.
Bei meiner ersten Reise zu den mir neu verantworteten Anlagen in Nanjing erlebte ich die nächste Überraschung. An einem typischen Arbeitstag dort war man als Vorgesetzter schon so um die 8 Stunden in den Anlagen, machte aber pünktlich „Feierabend“, um nach dem Pendeln und der Familienzeit noch ein paar Abendstunden für die Conference Calls einzuplanen.
Es war eine Routine geworden, die ich auf meinen Reisen in Asien genauso durchführte. Nach dem gemeinsamen Abendessen mit dem Team aus der Anlage begann dann danach der letzte Teil meines Arbeitstags am Telefon, oft bis nach Mitternacht.
Für meine globalen Videomeetings nutze ich das für die Lösung. Start zwischen 6 und 8 Uhr in den Amerikas, 13 oder 14 Uhr in Europa, zwischen 19 und 21 Uhr in Asien. In der Regel eine gute Stunde und grundsätzlich nicht freitags.
Keine optimale Lösung, das ist mir bewusst, aber eine machbare. Die Aufzeichnung eines Meetings war keine Alternative. Denn die Interaktion aller war das wichtigste Element.
Was für ein Glück diesbezüglich, dass kein Werk in Australien auf meiner Business-Landkarte lag.
➡️ Und Sie? Kennen Sie das Problem? Wie haben Sie es gelöst?
Ich bin Bernd Scharbert und als Mentor begleite ich Führungskräfte so, dass global zusammengesetzte, interkulturelle Teams die Möglichkeit haben, sich in ihrer Leistung und ihrem Mindset für Wachstum weiterzuentwickeln. Bei Interesse können Sie mir gerne auf LinkedIn, #Prepare4Landing folgen oder mich direkt kontaktieren.



