Wieviel Sprachen sprechen Sie?

Wieviel Sprachen sprechen Sie?

Ich stelle diese Frage gerne am Anfang eines Vortrags oder Workshops zum Thema „Guiding Principles für Interkulturelle Führung“. Ich stelle sie deshalb, um ein Gefühl für die Kulturgängigkeit meines Publikums zu bekommen. Denn die Sprache ist das wichtigste Mittel, um den Zugang zu einer Kultur zu erleichtern.

Ich habe diese Frage auch als Werksleiter gestellt, als ich zum ersten Mal die globale Leiterin für Kommunikation aus der amerikanischen Zentrale traf. Sie hatte sich im deutschen Werk, das ich leitete, zum Antrittsbesuch angekündigt.

Als ich ihr diese Frage stellte, errötete sie und antwortete: „Just English!“

Das überraschte mich schon sehr, vor allem auch, weil ihr Name auf deutschsprachige Wurzeln zu deuten schien. Einige Gedanken gingen mir durch den Kopf:

==> Welche Signale sendet eine Führungskraft im Bereich Kommunikation aus, wenn sie nur eine Sprache nutzt, trotz globaler Tätigkeit?

==> Ist die Sprachbarriere ein Spiegel ihrer kulturellen Identität? Und was heißt das bezüglich ihrer interkulturellen Kompetenz?

==> Was ging in dem CEO bei der Benennung vor? Verbirgt sich hinter „Just English!“ ein Bewusstsein für die Machtverhältnisse? Die Sprache als Statement für die dominante Position des amerikanischen Managements?

Was hatte ich nun zu erwarten?

Ein hohes Tempo in englischsprachigen Meetings. Weniger Raum für direkte kulturelle Annäherung über Sprache, vielmehr Fokus auf universelle Business-Themen. Und dass interkulturelle Führung, wenn überhaupt, eher über Prozesse und Strukturen gesteuert wird als über sprachliche Feinfühligkeit.

Mit dem Unternehmen waren wir auf dem Weg von einem deutschen Industrieunternehmen hin zu einem amerikanisch geführten Konzern. Mir wurde klar, dass ich zum Vermittler zwischen diesen beiden Welten reifen durfte: Werte, Kommunikationsmuster, Mentalitäten.

In Organisationen, in denen Machtverhältnisse global und oft unausgesprochen sind, wollte ich die Spannungen nicht nur erkennen, sondern produktiv gestalten. Nicht der „dominanten Sprache“ unterwerfen, sondern Wege finden, wie man sich trotz „Just English“ besser verstehen kann: sprachlich, emotional und strategisch.

Das habe ich dann auch mehr als ein Jahrzehnt lang getan.

==> Und wieviel Sprachen sprechen Sie?

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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte mit den Leitlinien für interkulturelle Führung. Es geht auch um kulturelle Identitäten und wie man mit ihnen in global zusammengesetzten Teams umgeht. Wenn Sie das interessiert, sprechen Sie mich gerne direkt an.

#Prepare4Landing

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