Wie uns ein Song ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt hat

Irgendwo zwischen Perth und Sydney hält unser Zug, der Indian Pacific, mitten in der Nacht im Outback. 298 Australier steigen aus, wir mit ihnen. Über uns ein wolkenverhangener Himmel, unter uns roter Staub, und dazwischen ein künstlicher Sternenhimmel aus Laserlicht. Eigentlich schade, aber die Stimmung trägt alles.

Aus dem Dunkel taucht eine Band auf und stimmt „Sweet Caroline“ an, und plötzlich grölt der ganze Zug. Nach 22 Uhr müsste es eigentlich leiser werden, „Common Night Threshold“ als ungeschriebene Regel. Doch heute und hier gilt das nicht. Jetzt zählt nur dieser Moment, diese Gemeinschaft und dieses Gefühl.

Australien hat eine besondere Event- und Festivalkultur. Sweet Caroline ist ein australischer Sportmoment, der sich verselbständigt hat. Sport ist hier vor allem ein sozialer Raum. Lieder, die Energie bündeln, werden zu Ritualen. Sweet Caroline ist eines davon.

Der Durchbruch kam 2021 beim Pferderennen The Everest: Nach dem Sieg von „Nature Strip“ spielte der Rennbahnmanager spontan den Song. Die Menge explodierte vor Begeisterung. Seit 2022 gehört er offiziell dazu. Er wird gespielt, wenn die Pferde zu den Startboxen gehen.

Es ist die einfache Struktur zum Mitsingen und der Ruf Im Refrain „So good! So good! So good!“. Das ist die Art, wie ein Lied Fremde zu Vertrauten macht. In dieser Nacht im Outback entsteht eine spontane Verbindung zwischen Menschen, die sich vorher nie gesehen haben.

Wir stehen da, singen mit, bewegen uns im Rhythmus und spüren die Vibrationen der Stimmen im Dunkel. Und für einen Moment fühlen wir uns wie Australier. Nicht, weil wir es sind, sondern weil wir dazugehören.

Und jetzt interessiert mich: Welches Lied bringt Sie sofort in ein Gefühl von Gemeinschaft?

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Ich bin Bernd Scharbert, Mitglied im German Australian Business Council (GABC) und regelmäßig zwischen Frankfurt am Main und Sydney unterwegs.

Ich begleite und berate Sie gerne, wenn es um Interkulturelle Führung geht. Und ein Blick in mein Buch „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung“ ist immer für einen Ratschlag oder eine Handlungsoption gut. Es ist überall im Buchhandel und im online Versand vom Verlag Barbara Budrich erhältlich.

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