Einreise nach Montreal aus den USA kommend.
Die Zollbeamten dort waren stolz auf ihre Zweisprachigkeit, Englisch als Fremdsprache und Französisch als Muttersprache. Sie waren oftmals ein wenig genervt, wenn sie bei der Ankunft ständig auf Englisch angesprochen wurden. Meine Französisch-Basiskenntnisse waren gut genug für die Begrüßung.
„Bonjour, Monsieur!“
Wenn ich die darauffolgende Frage dann nicht verstehen konnte, bat ich um Nachsicht und fragte, ob das Gespräch auf Deutsch möglich wäre.
„Je suis désolée, je ne parle pas très bien français. Parlez-vous allemand?“
Die Antwort war ein Nein, aber auf die englische Sprache konnte man sich gut einigen und das Gespräch führen. Das hatte den Vorteil, dass auch ich meine Zweisprachigkeit betonen konnte und man sich dann auf diese Weise auf Augenhöhe einer für beide gemeinsamen Fremdsprache begegnen konnte. Das brachte mir stets ein paar Sympathiepunkte ein.
➡️ Wertschätzende Kleinigkeiten bei der Sprache haben oft eine große Wirkung. Man muss nicht perfekt sein. Der Versuch zählt.
In meinem Verantwortungsbereich lag das Werk in Montreal im französisch sprechenden Teil Kanadas. Und mir wurde durch meine Grundkenntnisse der französischen Sprache mehr und mehr bewusst, dass es nuancierte Unterschiede zu dem kanadischen Französisch gab. Im Akzent war das für mich hörbar, aber es gab auch sprachliche Unterschiede.
Das Gleiche gilt auch für Spanisch in Tarragona relativ zum mexikanischen Spanisch in Ocotlan. In beiden Orten hatte ich Werke in meinem damaligen Verantwortungsbereich. Und in Tarragona ist jeder zweisprachig. Man spricht Catalan als Muttersprache, recht nah an Französisch. So schließt sich der Kreis.
Und warum ist das wichtig? Wir kommunizieren doch sowieso in Englisch!
Da lohnt sich der Blick in den English Proficiency Index (kurz EPI), um zu verstehen, dass nicht jeder im Team sich vermutlich auf dem gleichen English-Level befindet. Die Niederlande führen das Ranking oft an, gefolgt von Ländern wie Norwegen, Singapur und Schweden. Deutschland liegt ebenfalls im oberen Bereich und wird als Land mit hohen Englischkenntnissen eingestuft. Spanien liegt im Mittelfeld und Mexiko eher am unteren Ende.
Sprachkenntnisse helfen. Wenn man innerhalb einer Diskussion in der Lage ist, in eine andere Sprache zu wechseln, ist das oftmals ein großes Hilfsmittel zur Problemlösung.
Und das muss man ja nicht alles selbst können, sondern darf gerne auch die verschiedenen Sprachkenntnisse im Team nutzen.
➡️ Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Sprache im internationalen Kontext inklusiv zu machen?
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Ich bin Bernd Scharbert und begleite und berate gerne, wenn es um Interkulturelle Führung, um Vielfalt & Diversität oder ganz allgemein um nachhaltig wirkende Arbeit geht. Bei Interesse sprechen Sie mich gerne an.



