Wenn Fragen Brücken bauen und nicht Grenzen ziehen

„Where do you come from?“ is out. „How many languages do you speak?“ is in.

Im Dezember verbrachte ich drei Wochen in der Reha. Eine Abnutzungserscheinung in den Gelenken, ein Relikt meiner früheren Fußballjahre, machte einen Eingriff notwendig.

Mein Physiotherapeut dort war jung, kompetent, aufmerksam und beeindruckte mich schnell. In unseren Gesprächen fiel mir sein ausgezeichnetes Deutsch auf, begleitet von einem leichten Akzent, den ich irgendwo im Spanischen verortete.

Seine Biografie interessierte mich. Doch wie kommt man ins Gespräch, ohne in die Falle gut gemeinter, aber potenziell ausgrenzender Fragen zu tappen?

Die klassische Frage „Woher kommen Sie?“ lag mir auf der Zunge und blieb dort. Weil sie eine Botschaft transportieren kann, die ich vermeiden wollte: Du gehörst nicht selbstverständlich hierher.

Also wählte ich einen anderen Einstieg. Ich erzählte von meiner Arbeit in Workshops zur interkulturellen Kompetenz und fragte ihn: „Wie viele Sprachen sprechen Sie?“

Er schmunzelte. „Drei“, sagte er und obwohl ich gar nicht nach seiner Herkunft gefragt hatte, erzählte er kurz darauf von Chile, seiner ursprünglichen Heimat. Aus einem beiläufigen Gespräch wurde ein Austausch über Lebenswege, Migrationserfahrungen und berufliche Identität.

Es steckt viel Macht in unseren Fragen. Manche markieren Unterschiede, andere würdigen Fähigkeiten. Manche engen ein, andere öffnen Räume.

Interkulturelle Kompetenz beginnt mit der Haltung, Menschen nicht auf Zuschreibungen zu reduzieren, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, welche Teile ihrer Geschichte sie teilen möchten.

Und: Gute Fragen machen Menschen größer, nicht kleiner. Und hier genügte ein einziger Satz, um aus Small Talk ein echtes Gespräch entstehen zu lassen.

Und jetzt interessiert mich: Welche Sprachen begleiten Sie durch Ihren Alltag und welche fühlen sich für Sie wie Zuhause an?“

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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Sie als Führungskraft dabei, interkulturelle Leitlinien in Ihrem Alltag umzusetzen. Es geht darum, kulturelle Unterschiede nicht als Hürde, sondern als Stärke zu nutzen, und in global zusammengesetzten Teams echte Verbindungen zu schaffen.

Wenn diese Thematik bei Ihnen Resonanz findet, dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen.

Gerne können Sie auch einen Blick in mein Buch werfen. „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung.“ Mehr Informationen dazu finden Sie bei Budrich Inspirited (https://lnkd.in/deprHftk)

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