Die Eintracht ist schon eine Marke
Freitagvormittag in Sydney. Ich bin mit meinem Enkelsohn unterwegs, eine Kinderwagentour im Maritim Museum in Darling Harbour. Um mich herum sind junge Frauen und ihre Kleinkinder. Ein Mann ist dabei, auch ein Opa. Er betreut ein Zwillingspärchen.
Die Führung endet im Spieleraum und ein buntes Durcheinander nimmt seinen Lauf. Ich komme mir etwas deplatziert vor.
Meine Rettung ist ein junger Mann, der die Getränkewünsche aufnimmt. Denn das Ticket beinhaltet auch ein heißes Getränk. Ich bestelle mir einen Strong Flat White.
„Oh, where do you come from?“ höre ich. Vermutlich, weil mein Akzent ihm verraten hat, dass ich nicht von hier bin.
„Germany“, sage ich kurz und knapp.
Er läßt nicht locker: „Where from Germany?“
„Frankfurt“.
„Oh wow, did you see the game this morning?“
Das bricht das Eis. Ich bin erstaunt, dass er das gesehen hat. Das Champions League Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Galatasaray Istanbul hatte gestern Abend stattgefunden. Aufgrund der Zeitverschiebung in den frühen Morgenstunden in Sydney.
Als ich aufwachte, waren 77 Minuten gespielt. Die Eintracht führte 5:1 und war so nach dem ersten Spieltag der Gruppenphase an der Tabellenspitze gelandet.
Mein Gegenüber hatte das Spiel gesehen und entpuppte sich als ein Kenner der Bundesliga. Ich hatte einen coolen Gesprächspartner gefunden.
Denn der Fußball schafft eine Art sofortige Zugehörigkeit, selbst zwischen Fremden. Es ist ja nicht nur der Sport an sich, sondern das ganze „emotionale Gepäck“, das er mitbringt. Bei Frankfurt dachte mein Gegenüber nicht nur an eine Stadt, sondern sofort an die Eintracht, an das Spiel und an die Fans.
Und selbst wenn es in Sydney früher Morgen ist und in Frankfurt später Abend, erleben Menschen dasselbe Ereignis in Echtzeit. Fußball ist heute global und durch die medialen globalen Prozesse kann ein Spiel an jedem Ort gleichzeitig auf dem Bildschirm verfolgt werden.
Was im Fußball funktioniert, gilt auch im Business, oder?
Marke + Emotion + geteiltes Erlebnis = sofortige Verbindung
Wenn Unternehmen es schaffen, ihre Marke so zu positionieren, dass sie nicht nur für ein Produkt, sondern für ein Gefühl steht, dann entstehen diese magischen Momente. So wie hier, im Café am anderen Ende der Welt.
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Kurzform:
Von Sydney nach Frankfurt: Wie ein Fußballspiel sofort verbindet
Freitagvormittag in Sydney. Ich bin mit meinem Enkel im Kinderwagen unterwegs, auf einer Führung durchs Maritime Museum. Um mich herum: junge Mütter mit Kleinkindern, ein weiterer Opa mit Zwillingen.
Die Tour endet im Spieleraum – ein fröhliches Durcheinander bricht los. Ich fühle mich ein wenig fehl am Platz.
Dann fragt mich der junge Mann, der die Getränkebestellungen aufnimmt: „Woher kommen Sie?“
„Aus Deutschland.“
„Woher genau?“
„Frankfurt.“
Sein Gesicht hellt sich auf: „Oh wow, haben Sie heute Morgen das Spiel gesehen?“
Er meint das Champions‑League‑Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Galatasaray Istanbul. In Europa am Vorabend gespielt, in Sydney live am frühen Morgen übertragen.
Als ich aufwachte, stand es 5:1 für die Eintracht – Tabellenführer nach dem ersten Spieltag. Mein Gegenüber hatte jede Minute gesehen. Plötzlich waren wir keine Fremden mehr.
Das ist die Kraft des Fußballs: Er schafft sofortige Zugehörigkeit. Nicht nur wegen des Spiels selbst, sondern wegen des emotionalen Gepäcks, das er mitbringt. Für ihn bedeutete „Frankfurt“ nicht nur eine Stadt, sondern sofort die Eintracht, das Spiel, die Fans.
Selbst wenn in Sydney früher Morgen und in Frankfurt später Abend ist – Menschen können dasselbe Ereignis in Echtzeit erleben.
Und die Business‑Lehre daraus:
Marke + Emotion + geteiltes Erlebnis = sofortige Verbindung
Wenn es Unternehmen gelingt, ihre Marke so zu positionieren, dass sie nicht nur für ein Produkt, sondern für ein Gefühl steht, entstehen diese magischen Momente. So wie hier, in einem Café am anderen Ende der Welt.
Ich bin Bernd Scharbert und schreibe darüber, was Unternehmen vom Fußball lernen können. Wenn dich das inspiriert, lass uns vernetzen.



