Vom stillen Netzwerk zum Resonanzraum

Ich war jahrelang angemeldet, ohne wirklich anwesend zu sein. Zwanzig Jahre dort, aber eigentlich nur in der Kartei mit Profilfoto. Vernetzungsanfragen nahm ich an, wenn ich die Person gut kannte und wir eine gemeinsame Geschichte hatten. Sonst nichts. Kein Scrollen, kein Lesen, kein Posten.

Ich war im Corporate‑Modus: Sichtbarkeit war etwas, das intern stattfand. In Meetings, Projekten, Präsentationen. Externe Sichtbarkeit? Nicht mein Thema. Ich hatte eine Rolle, eine Funktion, ein Umfeld. Das reichte.

Erst als ich 2022 aus dem Corporate Leben ausstieg, begann sich etwas zu verschieben. Ich schaute auf mein Netzwerk und stellte fest: Über 500 Kontakte. Und ich kannte sie alle persönlich. Für mich war das damals eine erstaunlich hohe Zahl. Aber ich hatte nie darüber nachgedacht, welchen Wert dieses Netzwerk eigentlich hat.

Meine Abschiedsnachricht schrieb ich nicht mehr als interne Rundmail, sondern als meinen ersten LinkedIn‑Post. Ein Experiment. Ich verband meine Abschiedsworte mit meinen Lernerfahrungen. Menschen reagierten. Viele. Mit Kommentaren, mit persönlichen Nachrichten, mit Resonanz.

Mit diesem Moment begann meine Reise. Ich nutzte LinkedIn als Lernraum. Die WOL‑Idee (Working Out Loud) wurde für mich zu einem Kompass. Sichtbar arbeiten, Erfahrungen teilen, Verbindungen stärken, Resonanz zulassen.

Was ich erst spät verstanden habe: Im Corporate Kontext ist Sichtbarkeit oft an Rollen gebunden. Man ist sichtbar, weil man eine Funktion hat. Nach dem Ausstieg musste ich meine Sichtbarkeit neu definieren. Nicht mehr als „Vice President“ sondern als Mensch mit Haltung, Erfahrung und Perspektive.

Wenn ich auf diese Entwicklung zurückblicke, sehe ich drei Dinge klarer als früher:

  1. Ein Netzwerk entfaltet seinen Wert erst, wenn man beginnt, es zu nutzen. Nicht zum Senden, sondern zum Verbinden.
  2. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern ein Lernprozess. Wer sichtbar arbeitet, lernt schneller, über sich und über andere.
  3. Der Übergang aus dem Corporate Leben ist kein Abstieg aus einer Rolle, sondern ein Aufstieg in die eigene Identität.

 

Meine eigene Stimme entwickelt sich. Mein „Personal Branding“. Aus dieser Phase ist „Prepare for Landing“ entstanden, als Prozess. Als Sammlung von Gedanken, Erfahrungen und Erkenntnissen.

Und jetzt interessiert mich: Welche Geschichte würde dein eigenes Netzwerk über dich erzählen, wenn du ihm die Frage nach deiner Geschichte stellen würdest?

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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Sie als Führungskraft dabei, interkulturelle Leitlinien in Ihrem Alltag umzusetzen. Es geht darum, kulturelle Unterschiede nicht als Hürde, sondern als Stärke zu nutzen, und in global zusammengesetzten Teams echte Verbindungen zu schaffen. Wenn diese Thematik bei Ihnen Resonanz findet, dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen.

#Prepare4Landing #LeadershipInBalance

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