Vier Portemonnaies für meine Reise

Vier Portemonnaies für meine Reise – Tipps & Tools für interkulturelle Führung

Zwischen 2009 und 2015 führte mich eine wiederkehrende Reiseroute regelmäßig nach Norden und Westen Europas. Frankfurt – Kopenhagen – Helsingborg – Birmingham – Oxford – zurück nach Frankfurt.

Auf den ersten Blick eine logistische Routine. Doch bei genauerem Hinsehen steckt darin ein Lehrstück über kulturelle Unterschiede, Symbole und Führung.

Obwohl Dänemark, Schweden und Großbritannien damals alle EU-Mitglieder waren, zahlte ich in drei verschiedenen Währungen: Dänische Krone, Schwedische Krone, Britisches Pfund. Gemeinsame Zugehörigkeit bedeutet nicht Uniformität. Hinter der politischen Integration blieb die kulturelle Eigenständigkeit sichtbar und spürbar im Portemonnaie.

Und außerdem: Zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden genügte der Personalausweis. Doch für den Flug nach Birmingham brauchte ich den Reisepass. Schon vor dem Brexit markierte Großbritannien seine Grenze. Formale Mitgliedschaft ist eben nicht gleich gelebte Offenheit. Grenzen existieren, sichtbar oder unsichtbar, und sie prägen die Art, wie wir uns begegnen.

Auch Organisationen haben ein gemeinsames Dach, aber viele „Währungen“. Führung heißt, diese Vielfalt nicht zu glätten, sondern bewusst zu orchestrieren.

  • Dänemark und Schweden hielten an ihren Kronen fest. Nicht aus ökonomischer Notwendigkeit, sondern aus symbolischer Bedeutung. Auch in Unternehmen sind Symbole, Rituale und Traditionen oft entscheidender als rationale Argumente.
  • Wer vier Währungen mitführt, lernt, flexibel zu agieren. Interkulturelle Führung verlangt dieselbe Anpassungsfähigkeit: mal die gemeinsame „Kreditkarte“ nutzen (globale Werte, gemeinsame Sprache), mal die lokale „Währung“ (kulturelle Codes, Humor, Rituale).
  • Der Reisepass für Großbritannien erinnert daran: Grenzen existieren, auch wenn sie unsichtbar scheinen. Führungskräfte dürfen diese Übergänge erkennen und gestalten. Zwischen Abteilungen, Kulturen oder Generationen.

 

Meine Reiseroute war ein Spiegel für die Realität interkultureller Führung: Wir bewegen uns in einem gemeinsamen Raum, doch die Unterschiede bleiben spürbar. Und genau sie machen Zusammenarbeit lebendig.

Führung in internationalen Kontexten heißt, mit mehreren „Währungen“ umgehen zu können, Symbole zu respektieren und Grenzen bewusst zu überbrücken. Wer das beherrscht, führt nicht nur effizient, sondern auch glaubwürdig.

Welche ‚Währungen‘ prägen Ihre Zusammenarbeit – und wie gehen Sie damit um?

—————

Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte zu Aspekten interkultureller Führung, Vielfalt & Inklusion und ganz allgemein zu nachhaltig wirksamer Arbeit.  Wenn diese Themen bei Ihnen Resonanz finden, lassen Sie uns ins Gespräch kommen.

#Prepare4Landing #LeadershipInBalance #Brueckenbauer

Verwandte Themen

Consent Management Platform von Real Cookie Banner