Beim ersten Mal war ich ein bisschen irritiert, als mich der Purser persönlich begrüßte. Ich war auf einem Flug der Lufthansa und bin schon viele, sehr viele Meilen mit dieser Fluglinie geflogen.
Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und schätzte diesen kurzen Smalltalk. Vielleicht ist es mein Ego, vielleicht aber mehr noch die Möglichkeit ein interessantes Gespräch zu beginnen. Denn das wurde es oftmals auch.
Besonders schön war das, wenn mich meine Familie begleitete. Ich erinnere mich an einen Flug von Frankfurt nach Edinburgh, bei dem uns, meine Frau und mich, unsere beiden Elternpaare begleiteten. In St. Andrews stand die Graduation unserer Tochter an. Und aus dieser Gelegenheit machten wir eine kleine Familienfeier.
So saßen wir also zu sechst in einer Reihe ziemlich weit hinten. Auf den drei Sitzen links meine Frau mit ihren Eltern und auf denen rechts meine Eltern und ich.
Kurz nach dem Start, als wir unsere Flughöhe erreicht hatten, kam der Purser und begrüßte mich: „Schön, Herr Scharbert, dass Sie heute wieder mit uns fliegen“.
„Ja“, sagte ich, „und heute begleitet mich meine Familie“.
Bevor ich noch etwas sagen konnte, fiel mir meine Sitznachbarin ins Wort: „Ich bin die Mutter“, sagte sie mit einer Mischung aus Stolz und dem unmissverständlichen Hinweis, dass hier keine weiteren Fragen nötig seien.
Ich schmunzelte und stellte dann kurz die anderen Familienmitglieder vor. Der Purser schaute von links nach rechts, als müsse er nun die korrekte Reihenfolge protokollieren.
„Dann“ sagte er schließlich, „haben wir heute also eine ganze Ehrenreihe an Bord“, und fügte hinzu: „So etwas habe ich auch nicht jeden Tag.“
Das Schöne war die spontane Reaktion des Pursers und seine spürbare Wertschätzung für unsere Familiensituation.
Und jetzt interessiert mich: Welche kleine Geste hat Ihnen zuletzt das Gefühl gegeben, wirklich gesehen zu werden?
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Ich bin Bernd Scharbert, Autor des Buchs „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung“. Es ist im Online‑Shop des Verlags Barbara Budrich und überall im Buchhandel erhältlich.
Das Buch ist kein Buch über die Lufthansa, aber sie kommt darin vor, in einigen Geschichten. In meiner Leitlinie 4 geht es um das Zugehörigkeitsgefühl, den Sense of Belonging. Und genau das ist der Fluglinie gut gelungen. Zumindest bei mir.
Starke interkulturelle Führung befähigt globale Teams dazu, mit Klarheit, Vertrauen und Wirkung herausragende Ergebnisse zu erzielen. In meinem Buch finden Sie vier konkrete Leitlinien, die helfen, die Zusammenarbeit über Kulturen hinweg zu stärken. Und ich unterstütze Sie gern dabei.



