Wenn zwei Themen, die lange getrennt nebeneinanderstanden, plötzlich ineinandergreifen, entsteht ein neuer Blick auf das eigene Arbeiten. Das ist mir passiert: Mein Business „Leadership‑in‑Balance‑with‑Life“ und meine Vorlesung „Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit“ gehören enger zusammen, als ich es bisher formuliert habe.
Es ist eine doppelte Wesentlichkeit: persönlich und gesellschaftlich.
Ausgelöst hat diesen Gedanken ein Bürgergespräch der FAZ am 4. Mai in Frankfurt. Moderiert von Lucia Schmidt, im Gespräch mit Alena Buyx, ging es um eine Frage, die wir gerne verdrängen: „Wie wollen wir einmal gepflegt werden?“
Zwei Zahlen haben mich besonders getroffen: 86 % der Pflegeleistungen werden zu Hause erbracht. Nur 3 % der Gesundheitsausgaben fließen in Prävention. Diese Diskrepanz zeigt, wie sehr wir auf Reparatur statt Vorsorge setzen.
Gleichzeitig war die Botschaft des Abends ermutigend: Wir können selbst viel tun. Die sieben Grundlagen eines gesunden Lebens, nämlich Ernährung, Bewegung, Schlaf, kein Rauchen, maßvoller Alkohol, Beziehungen (ja, das ist Arbeit!) und Sinn sind wissenschaftlich belegt und wirken. Und zwar in jedem Alter:
- Mit 20 Jahren gewinnt man 20 gesunde Lebensjahre.
- Mit 60 Jahren noch 6 Jahre.
- Selbst mit 80 Jahren immerhin 3 Jahre.
Das Publikum war spürbar erleichtert. Es ist nie zu spät.
Doch es geht um mehr als individuelle Gesundheit. Die demografische Entwicklung, die „Tonne“ statt der früheren Pyramide, zeigt: Wir müssen heute handeln, damit unser System morgen tragfähig bleibt.
Der Abend hat mir gezeigt: Prävention, Pflege und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind miteinander verwoben.
Und hier schließt sich der Kreis zu meinem Thema „Leadership‑in‑Balance“. Selbstführung ist Prävention. Wer gut für sich sorgt, entlastet auch seine Familie, sein Umfeld und langfristig unser Gesundheitssystem. Das ist gelebte Verantwortung und damit wirtschaftsethisch sehr bedeutsam.
Und jetzt interessiert mich: Was braucht es, damit Prävention nicht Privatsache bleibt, sondern Teil unseres gemeinsamen Handelns wird?
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Ich bin Bernd Scharbert und unter dem Motto „Leadership-in-Balance“ unterstütze ich als Berater und Mentor Führungskräfte zum Thema Vielfalt & Inklusion, zu Aspekten interkultureller Führung und ganz allgemein zu nachhaltig wirksamer Arbeit. Und ich lehre „Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit“ innerhalb der Fakultät Business Science and Management an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.
——————- Lange Version ————————
Leadership‑in‑Balance und die doppelte Wesentlichkeit: Was Prävention mit Wirtschaftsethik zu tun hat
Es gibt Momente, in denen zwei Themen, die man lange getrennt betrachtet hat, plötzlich ineinander fallen wie zwei Puzzleteile, die sich unerwartet berühren und ein größeres Bild sichtbar machen. Mein Business „Leadership‑in‑Balance‑with‑Life“ und meine Vorlesung „Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit“ gehören enger zusammen, als ich es bisher formuliert habe. Sie sind zwei Seiten derselben Frage: Wie wollen wir leben und wie wollen wir Verantwortung übernehmen?
Diese Erkenntnis hat sich bei einem Bürgergespräch der FAZ am 4. Mai in Frankfurt verdichtet. Moderiert von Lucia Schmidt, im Gespräch mit Alena Buyx, drehte sich der Abend um eine Frage, die uns alle betrifft, früher oder später: „Wie wollen wir einmal gepflegt werden?“
Eine Frage, die man gerne weit wegschiebt. Eine Frage, die aber mitten ins Herz unserer gesellschaftlichen Realität trifft.
Zwei Zahlen haben sich eingebrannt:
- 86 % der Pflegeleistungen werden zu Hause erbracht.
- Nur 3 % der Gesundheitsausgaben fließen in Prävention und Gesundheitsschutz.
Diese Diskrepanz ist ein Spiegel unserer Prioritäten. Wir investieren in Reparatur, nicht in Vorsorge. Wir reagieren, statt zu gestalten.
Und doch war die Botschaft des Abends erstaunlich ermutigend: Jede und jeder kann etwas tun. Als Ausdruck von Selbstverantwortung und Solidarität.
Alena Buyx sprach über die sieben Grundlagen eines gesunden Lebens, die wir alle kennen und doch nicht immer wertschätzen: Ernährung, Bewegung, Schlaf, kein Rauchen, Alkohol in Maßen, Beziehungen und ihre Pflege („Das ist Arbeit!“) und Sinn als der Grund, warum wir morgens gerne aufstehen.
Diese sieben Elemente sind eine Checkliste für persönliche Gesundheit. Und sie sind ein gesellschaftliches Präventionsprogramm, niedrigschwellig, wirksam und wissenschaftlich belegt.
Und sie folgen einem Prinzip, das ich aus der Führung kenne: 80/20 reicht. Perfektion ist nicht nötig. Konsequenz schon.
Die Statistik dazu ist beeindruckend:
- Wer mit 20 Jahren beginnt, gewinnt 20 gesunde Lebensjahre.
- Wer mit 60 Jahren beginnt, gewinnt 6 gesunde Lebensjahre.
- Selbst mit 80 Jahren lassen sich noch 3 gesunde Lebensjahre gewinnen.
Das Publikum war spürbar erleichtert. Es ist nie zu spät. Und es ist nie vergeblich.
Ein Bild hat sich ebenfalls eingeprägt: Die klassische Alterspyramide existiert nicht mehr. Heute gleicht die demografische Darstellung einer Tonne, in der die Mitte ausbeult und die Basis schmaler wird.
Das bedeutet: Wir werden älter. Wir werden mehr. Wir werden pflegebedürftiger.
Und wir haben weniger Menschen, die diese Pflege leisten können.
Prävention ist deshalb nicht nur eine persönliche Entscheidung. Sie ist eine gesellschaftspolitische Notwendigkeit.
Und hier schließt sich der Kreis zu Leadership‑in‑Balance. In meinem Business geht es um die Frage, wie Menschen führen und wie sie dabei in Balance bleiben. Und zwar als Grundlage für gute Entscheidungen, für Verantwortung und für Menschlichkeit.
Was ich an diesem Abend verstanden habe:
Leadership‑in‑Balance ist Prävention. Für das eigene Leben. Für die eigene Zukunft. Für die Menschen, für die wir Verantwortung tragen. Und das gilt beruflich wie privat.
Und gleichzeitig ist es ein Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Denn wer sich selbst gut führt, entlastet Systeme, stärkt Beziehungen, trifft bewusstere Entscheidungen und lebt gesünder.
Damit berührt mein Business direkt die Themen meiner Vorlesung „Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit“. Beide beschäftigen sich mit der Frage: Wie gestalten wir Zukunft verantwortungsvoll, vorausschauend und menschlich?
Das ist die doppelte Wesentlichkeit, die ich für mich entdeckt habe:
- Individuell: Wie führe ich mich selbst in Balance?
- Gesellschaftlich: Wie tragen wir gemeinsam dazu bei, dass eine älter werdende Gesellschaft lebenswert bleibt?
Ich bin dankbar für die Klarheit und Menschlichkeit, mit der Alena Buyx die Zusammenhänge zwischen Prävention, Pflege und gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgezeigt hat. Und für die ruhige, präzise Moderation von Lucia Schmidt, die den Raum geöffnet hat für eine Diskussion, die uns alle betrifft.
Es war ein Abend, der mich erinnert hat: Führung beginnt im eigenen Leben und endet nicht dort. Sie ist immer auch ein Beitrag zur Gesellschaft, in der wir leben wollen.
Und jetzt interessiert mich Ihre Meinung: Wie können wir heute Entscheidungen treffen, die unser Morgen leichter machen. Für uns selbst. Für unsere Familien. Für eine Gesellschaft, die älter wird?



