Ostdeutsche Technik in China

Ostdeutsche Technik in China: Ein stilles Erbe gemeinsamer Werte …

… oder „Made in Germany“ in Beijing und was es über uns Deutsche erzählt.

Vor einigen Jahren waren wir als Familie auf Rundreise durch China unterwegs. In Beijing standen die Klassiker auf dem Programm: die Verbotene Stadt, der Himmelstempel, die Große Mauer.

Doch wir wollten auch etwas Zeitgenössisches erleben. Etwas, das zeigt, wie China heute tickt und gestaltet. Unsere Wahl fiel auf den 798 Art District, das riesige Kunstareal im Nordosten der Stadt. Ein Labyrinth aus alten Industriehallen, heute voller Galerien, Ateliers, Cafés und Installationen.

Und dann stand ich plötzlich vor einem Schaltkasten, auf dem in verblassten Buchstaben auf Deutsch „Hauptschalter“ zu lesen war. Ich musste zweimal hinschauen. Hier stand das in einer ehemaligen chinesischen Fabrikhalle.

Wir erkundigten uns. Die Hallen wurden in den 1950er‑Jahren mit ostdeutscher Technik aufgebaut. Hell, lichtdurchflutet, Bauhaus-Stil. Viele der Maschinen, Schaltkästen und Bauteile im 798‑Areal stammen aus ostdeutscher Produktion. Sie wurden damals im Rahmen eines Industrieprojekts nach China geliefert. Deshalb tauchen bis heute deutsche Beschriftungen auf. Es sind stille Zeugen einer Zeit, in der die Welt politisch völlig anders sortiert war.

„Made in Germany“ war ein Qualitätsversprechen, das beide deutschen Staaten getragen haben. Unabhängig von System, Ideologie oder Wirtschaftskraft.

Diese Erkenntnis hat mich erstaunt. Denn sie zeigt etwas, das wir im vereinten Deutschland oft übersehen: Es gibt kulturelle Linien, die Ost und West schon immer verbunden haben.

  • Ein gemeinsames Verständnis von Qualität.
  • Ein Stolz auf Ingenieurskunst und Handwerk.
  • Ein Sinn für Sorgfalt, Präzision und Verantwortung.

 

Diese Werte sind älter als die Teilung und stärker als die Klischees, die wir uns bis heute gegenseitig erzählen.

Darin liegt für mich eine Motivation für die Integration von Ost und West: Nicht auf die Unterschiede zu schauen, sondern auf das, was uns schon immer verbunden hat.

In einer alten Fabrikhalle in Beijing wurde mir bewusst: Was uns Deutsche verbindet, ist nicht die politische Geschichte, sondern die Art, wie wir Dinge bauen: mit Sorgfalt, Verantwortung und dem Anspruch, dass es hält.

Was meinen Sie: Wie können wir heute stärker auf das schauen, was uns verbindet?

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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte mit meinen 4 Leitlinien (Guiding Principles) für interkulturelle Führung. Und in der Leitlinie 2 geht es um die kulturelle Einordung und auch um „Typisch Deutsch“. Bei Interesse lassen Sie uns gerne sprechen.

#Prepare4Landing #InterculturalLeadership

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