Es knisterte im Raum. Die Anspannung war spürbar.
Hoher Besuch im Werk, dessen Leiter ich war. Der globale Produktionsleiter war zu Gast. Im gemeinsamen Meeting war einer meiner Mitarbeitenden nicht seiner Meinung und versuchte das Pendel in seine Richtung zu bewegen.
Die Sprache im Meeting in Frankfurt war Englisch. Die Stimmung kippte.
Meine Reaktion: Ich lehnte mich unaufgeregt in meinem Sitz zurück und beobachtete mit entspannter Miene die Situation.
Erst nach ein paar Minuten mischte ich mich ein, und auch nur mit einer kurzen Frage, zum Beispiel: „Wo stehen wir jetzt in der Diskussion?“ Auch dabei merkte man mir die Gelassenheit an.
Das schien sich zu übertragen, denn fast immer de-eskalierte die Situation sehr schnell. Warum?
✳️ Emotionen sind ansteckend. Ich signalisierte nonverbal: „Alles unter Kontrolle.“ Das Gehirn meiner Gesprächspartner griff dieses Signal auf und regulierte die eigene Erregung runter.
✳️ Statt selbst in den Konflikt einzusteigen, habe ich implizit gezeigt: „Ich habe genug Autorität, um hier erst mal abzuwarten.“ Dieser subtile Machtwechsel gab meinem Gegenüber die Erlaubnis, ebenfalls herunterzufahren.
✳️ Meine Haltung kommunizierte ein Safe-Space-Signal: „Du bist nicht unter Beschuss.“ Das ließ den globalen Produktionsleiter wie auch meinen Mitarbeitenden spüren, dass sie nicht verteidigen oder angreifen müssen. Ein mentaler Raum für respektvolles Nachdenken öffnete sich.
✳️ Meine ruhige Körpersprache war nicht nur Signalfarbtupfer für andere, sondern auch ein somatischer Marker für mich selbst: Mein Nervensystem bekam das Go-Signal, nicht in den Verteidigungs- oder Angriffsmodus zu schalten, sondern in den Beobachter- und Moderatoren-Modus.
Meine Gelassenheit wirkte wie ein emotionaler „Kaltstart“ mitten im Sturm. Deshalb kippte die Spannung ins Gegenteil.
➡️ Welche Tools nutzen Sie zur De-Eskalation?
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Ich bin Bernd Scharbert und begleite und berate gerne, wenn es um die Mediation verfahrener Situationen im Business geht. Bei Interesse sprechen Sie mich gerne an.



