Nachhaltigkeit zwischen Hörsaal und Werkstor

Wie nachhaltig kann ein energieintensives Unternehmen wirklich sein?

Diese Frage stand im Raum, als wir mit einer Gruppe Studierender die Firma Holcim in Dotternhausen besuchten. Die Antwort kam durch einen offenen Dialog und durch beeindruckende Einblicke in Technologien, die bereits heute verfügbar sind.

Und ganz wichtig: Ohne Hochglanzfolien.

Eine Studierendenstimme brachte es auf den Punkt: „Es war besonders wertvoll zu sehen, wie weit man in einer energieintensiven Industrie schon ist, um nachhaltiger zu wirtschaften.“

Carbon Capture, recyclefähiger Beton, Renaturierungsmaßnahmen, Regenrückhalte-Konzepte: So wurde Nachhaltigkeit greifbar. Und zwar als technischer, ökologischer und gesellschaftlicher Aushandlungsprozess.

Gemeinsam mit Julian Link vom Unternehmen diskutierten wir einen Vormittag lang, wie Holcim Nachhaltigkeit lebt und welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind. Die Studierenden hatten zuvor den Nachhaltigkeitsbericht analysiert und ihre Fragen vorbereitet. Es war wie ein Audit, oder besser ausgedrückt: ein Dialoggespräch auf Augenhöhe: kritisch, neugierig, respektvoll.

Besonders spannend: Die Technologie zur CO₂-Abscheidung ist vorhanden. Was fehlt, ist die Infrastruktur. Eine Pipeline, die das CO₂ dorthin bringt, wo es weiterverwertet oder sicher gelagert werden kann. Ein Beispiel dafür, wie technologische Machbarkeit und gesellschaftliche Entscheidungen oft nicht im gleichen Tempo laufen.

Für mich selbst war der Besuch ein Déjà-vu. Sicherheitskommunikation im Werk, Prozesslogik, die Reaktionsgleichung: CaCO₃ → CaO + CO₂. Vieles erinnerte mich an meine Zeit als Produktionsleiter in der Chemie-Industrie.

Was bleibt?

Nachhaltige Transformation gelingt nur dann, wenn wir die Sichtweisen der anderen wirklich verstehen wollen: die analytische Tiefe der Hochschule und die operative Realität der Industrie.

Und im Dialog zwischen jungen Menschen und erfahrenen Fachleuten entsteht ein gemeinsames Bild davon, was möglich ist und was nötig sein wird.

Und jetzt interessiert mich: Welche Perspektiven junger Menschen hat Ihren Blick auf Nachhaltigkeit geprägt?

 

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Ich bin Bernd Scharbert, begleite und berate Führungskräfte zu Themen integrativer Führung und lehre „Wirtschaftethik und Nachhaltigkeit“ als Dozent innerhalb der Fakultät Business Science und Management an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

#Prepare4Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung ist mein Herzensthema.

Safety First: Gut ausgestattet mit Helm, Schutzbrille und Leuchtfarben auf der Kleidung waren wir im Werk auf unserem Rundgang unterwegs.

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