Ein Blick zurück in die frühen 1960er Jahre: Ich war fünf oder sechs, ein kleiner Steppke an der Hand meines Vaters, unterwegs ins Neckarstadion der beschaulichen Kleinstadt neckaraufwärts. Kein VfB, kein großes Fußballtheater. 2. Amateurliga, und ein Team, das für mich ganz oben spielte.
Mein Held trug die Nummer 10. „Esposito“. Einer der vielen „Gastarbeiter“, die damals aus Italien oder Spanien kamen. Männer, die in Fabriken arbeiteten und gleichzeitig auf dem Platz eine Eleganz zeigten, die mich als Kind staunen ließ. Ruhe am Ball, Spielintelligenz, ein Hauch von Welt in einer kleinen Stadt.
Ein Sprung in die späten 1970er Jahre. Ich spielte inzwischen selbst und gar nicht schlecht. Stadtfest und ein Stadtturnier: Teams aus Vereinen, Betrieben und Kirchengemeinden spielten um einen Pokal. Ich lief für „Sankt Michael“ auf, die katholische Gemeinde, in der ich aktiv war.
Und dann stand er plötzlich mit mir auf dem Spielfeld. Die Nummer 10 von damals. Jetzt Ü40 oder älter, aber immer noch ein exzellenter Fußballer. Dieselbe Ruhe, dieselbe Gelassenheit. Ein Vorbild, das nicht laut wurde. Einer, der im Sieg würdig blieb und in der Niederlage tröstete. Einer, der zeigte, dass Haltung kein Alter kennt.
Was ich heute daraus mitnehme: Vorbilder prägen uns oft, ohne es zu wissen. Sie tauchen später wieder auf. Als Menschen, die uns zeigen, wie man sich im Leben bewegt. Mit Ruhe. Mit Respekt. Mit einem Blick für andere.
Darin steckt auch eine Wahrheit für unsere Arbeitswelt: Generationen arbeiten nicht gegeneinander, sondern miteinander, wenn sie sich gegenseitig sehen.
Die Erfahrung der Älteren ist Orientierung. Die Energie der Jüngeren ist Antrieb.
So wie damals auf dem Spielfeld: Der eine bringt Gelassenheit, der andere Tempo. Der eine Übersicht, der andere Mut. Und so entsteht ein Miteinander, bei dem die Unterschiede nicht trennen, sondern verbinden.
Und jetzt interessiert mich: Wer war für Sie die Nummer 10 und für wen könnten Sie es heute sein?
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Ich bin Bernd Scharbert und schreibe über Erfahrungen, die sich aus dem Fußball auf das Geschäftsleben übertragen lassen. Und ich begleite und berate gerne, wenn es um Interkulturelle Führung geht.
Gerne können Sie auch einen Blick in mein Buch werfen. „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung.“ Es ist überall im Buchhandel erhältlich und im Online-Shop vom Verlag Barbara Budrich.



