Nach dem Aufstehen bin ich üblicherweise joggend in der Natur unterwegs. Nur jetzt, wenn das Wetter draußen zu schlecht und die Wege zum Teil vereist sind, bin ich im hauseigenen Fitnessraum.
Tür auf, damit die frische Luft den Raum erfüllt und rauf auf’s Laufband oder den Hometrainer. Oft höre ich mir dazu einen aktuellen Podcast an. Heute allerdings war ich auf YouTube.
Biathlon verbindet uns als Familie. Nicht der aktive Sport, den machen wir ohne das Schießen. Nein, die Rennen der Saison anschauen und dann quer über die Kontinente von Frankfurt nach Sydney darüber diskutieren.
Am spannendsten finden wir den Massenstart. Und mein Lieblingsrennen ist das von 2017 in Antholz. Gewonnen hat es Nadine Horchler, mit der Startnummer 30 gerade noch so und unerwartet zur Teilnahme „reingerutscht“. Kein Superstar, aber doch ein bekannter Name im deutschen Team, eher in der zweiten Reihe, zurückhaltend sympathisch.
Das Rennen hat es mir angetan. Und zwar die Tatsache, dass die Außenseiterin die komplette damalige Weltelite hinter sich gelassen hat und das mit einer hochkonzentrierten Schießleistung und einem beeindruckenden Schlussspurt. Irgendjemand hatte ihr an diesem Tag Flügel verliehen.
Für mich ist dieses Rennen Motivation für den Tag. Deswegen schaue ich es mir hin und wieder gerne an. Meine Take-aways
✳️ Glaubenssätze können Berge versetzen. „Ich hatte nichts zu verlieren“, sagte sie im Interview, aber alles zu gewinnen, ließe sich ergänzen.
✳️ Genussmomente kommen oft überraschend. Und dass Nadine Horchler nicht nur den Sieg, sondern das Rennen an sich genossen hat, meine ich zu erkennen. Ich müsste sie mal fragen.
✳️ Fairness und Teamgeist. Laura Dahlmeier, eine der Superstars der Biathlon-Szene, wird im Interview nach der Usain-Bolt-Geste gefragt, die sie als Zweite des Rennens vermeintlich gezeigt hat. Sinngemäß antwortete sie: „Das hatte nichts mit Usain Bolt zu tun. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass heute Nadine die Nummer Eins ist.“
Ich denke an meine eigenen Erfahrungen. Und daran, wann es für mich überraschende Siege gegeben hat, ob im Sport oder im Business. Und davon gab es tatsächlich einige. Und wenn, dann vom Glaubenssatz geprägt, zum Genießen und immer mit der Unterstützung des Teams.
➡️ Unverhofft kommt oft, oder was denkst du?
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Ich bin Bernd Scharbert und schreibe über Erfahrungen, die sich aus dem Fußball auf das Geschäftsleben übertragen lassen. Heute geht es mal um Biathlon. Wenn dich das interessiert, dann folge mir gerne auf LinkedIn, #fussballmeetsbusiness.



