Lebensfreude und Lebenskunst

Lebensfreude und Lebenskunst. Das ist es, was ich bei meinen Eltern beobachte, wenn ich „nachhause“ komme.

Meine Mutter, fast 90. Mein Vater, schon 95. Beide leben zusammen im eigenen Haushalt. Und zwar in dem Haus, in dem sie uns, ihre vier Kinder großgezogen haben. Das Haus ist inzwischen viel zu groß und auch der dazugehörende Garten. Und wir Kinder sind inzwischen in allen Himmelsrichtungen in Deutschland verstreut.

Was ich an meinen Eltern so bewundere:

✳️ Wie eingespielt sie als Team ihre jeweiligen Stärken nutzen, um in ihrem Alltag zurechtzukommen.

✳️ Welche Hilfsmittel sie anwenden, um den Weg ins obere Stockwerk zu bewältigen, das eigentlich nicht mehr genutzt wird.

✳️ Wie sie zusammen kochen. Jeder macht das, was er noch kann. Und das, obwohl mein Vater sein Leben lang zuvor nie in der Küche war.

Ihre Selbstbestimmung in ihrem hohen Alter ist der Wert, den ich als wertvollsten wahrnehme. Und den ich nicht nur respektiere, sondern mit ganzem Herzen unterstütze. Auch wenn manches vielleicht schon ein wenig skurril rüberkommt oder die Farbauswahl bei der Kleiderordnung nicht immer passend scheint.

Die Kunst besteht darin, das eigene Leben aktiv zu gestalten und mit Freude zu erfüllen, selbst wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

✳️ Autonomie und gegenseitige Abhängigkeit gehen Hand in Hand. Anstatt Hilfe „abzulehnen“, organisiert man sich partnerschaftlich: Jeder bringt seine Stärken ins System ein und bleibt so Chef*in des eigenen Lebens.

✳️ Mit kleinen, cleveren Hilfsmitteln wird das Haus zum Spielfeld. Es wird nicht lamentiert, sondern nach Lösungen gesucht, die die Selbstständigkeit sichern.

✳️ Gemeinsames Kochen ist zu einer Routine geworden, eine kleine Zeremonie, die den Alltag würzt. Solche Rituale nähren das Gemeinschaftsgefühl und sorgen für kleine Glücksmomente.

Unser jetzt zu großes Elternhaus ist nicht nur ein Immobilien-Wert, sondern auch ein emotionaler Anker. Es steht für Kontinuität, Identität und das gute Gefühl: „Hier gehöre ich hin.“

Lebenskunst bedeutet, das eigene Umfeld so zu formen, dass es Raum für Selbstbestimmung, Gemeinschaft und Kreativität schafft – in jedem Lebensalter. Es ist eine Haltung, die Alltagssituationen als Gelegenheit für liebevolle Improvisation und gelungene Kooperation begreift.

➡️ Meine Idee ist es zu experimentieren und einen Raum oder eine Routine altersgerecht zu gestalten, um zu prüfen, wie sich das anfühlt. Welche Ideen haben Sie?

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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte mit meinem Erfahrungswissen aus über 30 Jahren Führungserfahrung in der Unternehmenswelt. Besonders bei der Frage, wie man Familie, Beruf und Leben unter einen Hut bringen kann. Wenn Sie das interessiert, sprechen Sie mich gerne an.

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