Ich sehe die Welt anders als du: Die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel ist eine Kernkompetenz für die Zukunft. Davon bin ich überzeugt.
Ich war deshalb sehr gespannt auf Reinhard von Hennigs Buch über amerikanische Vorurteile und seine entsprechende Entkräftung. Wie passt das zu meinen Leitlinien für interkulturelle Führung?
Jedes Kapitel in von Hennigs Buch zeigt, wie schnell wir kulturelle Muster zu Wahrheiten erklären und wie viel Erklärungskraft benötigt wird, sie zu hinterfragen. Einige Beispiele:
1- Wenn wir annehmen, amerikanische Arbeitsmotivation sei vor allem finanziell geprägt, übersehen wir die kulturelle Bedeutung von „Purpose“ und Wirkung. Sätze wie „How does this help our customers?“ oder „What impact are we making?“ zeigen, dass Sinnorientierung ein zentraler Antrieb ist.
2- Auch die verbreitete Vereinfachung über amerikanische Bildung ist ein Lehrstück für Kontextkompetenz: Projektorientiertes Lernen erzeugt andere Stärken als faktenorientiertes. Interkulturelle Führung heißt, diese Unterschiede nicht zu bewerten, sondern zu verstehen. Mit Neugier statt Urteil und Sprache als Brücke.
3- Politische Vorurteile folgen demselben Muster: Lautstärke prägt das Bild stärker als die Mehrheit. Für Führung bedeutet das, kulturelle Färbungen der Wahrnehmung zu erkennen, Missverständnisse zu klären und Räume zu schaffen, in denen Vielfalt produktiv wird.
Von Hennigs Buch liefert Beispiele dafür, wie kulturelle Wahrnehmung entsteht und wie Führung sie gestalten kann. Interkulturelle Führung ist kein Spezialthema für internationale Manager. Sie ist eine Grundhaltung: die Bereitschaft, die eigenen Vorannahmen zu prüfen und die Perspektiven anderer ernst zu nehmen.
Und hier ist die Brücke: Hinter jedem Vorurteil steckt eine Einladung, die Welt der anderen zu verstehen und die eigene Führung dadurch klarer, menschlicher und wirksamer zu machen.
Die Leitlinien für interkulturelle Führung übersetzen die Entkräftung von Vorurteilen in eine Führungshaltung, die Perspektivenwechsel, Kontextkompetenz und Beziehungsgestaltung ins Zentrum stellt.
Und jetzt interessiert mich: Welche Perspektive haben Sie zuletzt bewusst gewechselt und was hat sich dadurch verändert?
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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte dabei, interkulturelle Leitlinien im Alltag umzusetzen. Es geht darum, kulturelle Unterschiede nicht als Hürde, sondern als Stärke zu nutzen und in Alltagssituationen echte Verbindungen in Gesprächen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen vertrauensvoll aufzubauen.
Ich empfehle von Hennigs Buch, weil es zeigt, wie kulturelle Wahrnehmung entsteht und wie sichtbar gemacht wird, wie Vorurteile funktionieren und wie viel Kontextkompetenz nötig ist, um sie zu hinterfragen.
Gerne können Sie einen Blick in mein Buch werfen: „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung“. Es ist überall im Buchhandel erhältlich und im Online‑Shop vom Verlag Barbara Budrich.



