Inklusive Sprache in Meetings

Ich habe in Deutschland an Meetings mit deutschen Mitarbeitenden und einem einzigen Englisch sprechenden Teilnehmer teilgenommen, und weißt du was? Die Sitzung wurde in englischer Sprache abgehalten.

Das Sitzungszimmer war voll besetzt. Alle Betriebsleiter waren da, die Technik des Werks war vertreten und auch HR. Ich als Leiter des Chemiewerks innerhalbe eines Industrieparks in Deutschland erwartete heute hohen Besuch aus Dallas, Texas, dem Sitz unserer Unternehmenszentrale.

Es war als selbstverständlich vorausgesetzt, dass wir alle, 15 Deutsche und ein Amerikaner, die Sitzung auf Englisch durchführen.

Das war natürlich zum einen der Hierarchie geschuldet, zum anderen haben es meine Mitarbeitenden als höflich empfunden, dass wir das so machen. Denn schließlich beherrschten wir alle diese Fremdsprache und waren auch ein bisschen stolz darauf.

Mit Beginn der Sitzung spürte ich, dass diese besondere Leistung unserseits möglichweise überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Ich unterbrach kurz.

Mit Blick auf unseren Gast: „One quick question to you. Would it be accectable to switch to German, if the situation needs that? Just for a few moments or so. I always can translate back.“

Mein Ziel war es, unseren Gast zu sensibilisieren und ihn darauf aufmerksam zu machen, dass viele von uns außerhalb ihrer Komfortzone sprachen.

Kurze Gesprächspause. Alle Blicke auf mich. Dann die coole Reaktion.

„Bernd, thank you for mentioning that.“

Und weiter an alle führte unser Gast aus: „I very much appreciate your efforts and your ability to have our discussion here in English. I understand not very much German and I know just a few words. One of them is DANKE.“

Es hat funktioniert und bei schwierigen Sachverhalten konnten wir immer wieder kurz ins Deutsche abschweifen und dann zurückübersetzen.

Und für mich war es eine wichtige Lernerfahrung. Diese Methodik habe ich im Laufe meiner Berufsjahre immer wieder in ähnlichen Situationen angewendet.

Später erwartete ich in meiner Executive Rolle in Saudi-Arabien wie selbstverständlich von meinen Mitarbeitenden die Kommunikation auf Englisch. Gut, dass ich diese Aussage meines Amerikanischen Gastes von damals in Erinnerung hatte und meine Wertschätzung pro-aktiv zum Ausdruck bringen konnte.

➡️ Der Einsatz inklusiver Sprache ist eine Führungsaufgabe in der Arbeit mit global zusammengesetzten und interkulturellen Teams. Was denkst du?

Vielen Dank Jeff O’Dea für die Inspiration für diesen Beitrag, basierend auf einem deiner Beiträge auf LinkedIn (https://lnkd.in/dxSSHH7w)

Wenn es dich interessiert, folge mir gerne auf LinkedIn, #Prepare4Landing. Ich bin Bernd Scharbert und meine Aufgabe als Mentor für Führungskräfte und Führungskräfte ist es, dafür zu sorgen, dass global zusammengesetzte und interkulturelle Teams die Möglichkeit haben, weiter wachsen zu können.

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