Deux baguettes, s’il vous plaît – Inklusive Sprache braucht Mut, nicht Perfektion.
Es geht um wertschätzende Kleinigkeiten und was wir von Kindern über inklusive Sprache lernen können.
Vor einigen Jahren waren wir als Familie in Paris. Unsere Tochter war fünf Jahre alt, neugierig, wach und voller Mut. Jeden Morgen gingen wir zum Bäcker um die Ecke, um frisches Brot zu holen. Am ersten Tag bestellte ich: „Deux baguettes, s’il vous plaît.“ Meine Tochter hörte aufmerksam zu.
Am nächsten Morgen standen wir wieder in derselben Bäckerei. Noch bevor ich etwas sagen konnte, meinte sie: „Papa, ich kann das heute machen.“
Ich war überrascht, aber auch neugierig. Also sagte ich: „Gut, dann hol doch bitte drei von den französischen Weißbroten.“
Sie ging hinein, stellte sich vor die Verkäuferin, hob drei Finger in die Luft und sagte mit großer Ernsthaftigkeit: „Deux baguettes, s’il vous plaît!“
Ich staunte. Über ihren Mut. Über ihre Logik. Und darüber, dass sie tatsächlich drei Brote bekam.
Kinder lernen nicht nur durch Zuhören, sondern durch Mustererkennung. Sie wusste, dass sie die Sprache nicht perfekt beherrscht. Aber sie wusste auch: Perfektion ist keine Voraussetzung für Verbindung.
Wir sprechen oft über Regeln, Begriffe, Formulierungen. Aber der erste Schritt ist viel einfacher: eine Haltung der Offenheit. Ein Raum, in dem Menschen sich trauen dürfen. Ein Klima, in dem Fehler nicht peinlich sind.
Inklusive Sprache beginnt mit Großzügigkeit.
Kinder erinnern uns daran, wie das geht. Sie zeigen Mut ohne Perfektion. Sie handeln intuitiv inklusiv. Und sie machen aus kleinen Momenten große Lernerfahrungen.
Was ich besonders schön fand, war, wie die Verkäuferin in dieser Pariser Bäckerei reagierte: mit einem Lächeln, einem offenen Blick und der Bereitschaft, die Geste zu würdigen, nicht die Grammatik.
Und jetzt interessiert mich: Wie schaffen Sie in Ihrem Umfeld Räume, in denen Mut wichtiger ist als Perfektion?
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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Sie als Führungskraft dabei, interkulturelle Leitlinien in Ihrem Alltag umzusetzen. Es geht darum, kulturelle Unterschiede nicht als Hürde, sondern als Stärke zu nutzen, und in global zusammengesetzten Teams echte Verbindungen zu schaffen. Inklusive Nutzung der Sprache ist das Thema der Leitlinie 1.
Gerne können Sie auch einen Blick in mein Buch werfen. „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung.“ Es ist überall im Buchhandel erhältlich. Mehr Informationen dazu finden Sie bei Budrich Inspirited (https://lnkd.in/deprHftk).



