Im Sand

Wir, meine Frau und ich, sind mit unserem Fremdenführer im Oman unterwegs. Es geht in die Wüste, nach Wahiba Sands.

„Haben wir gerade Wüste gesagt?“ fragt er uns ungläubig.

„Der Ausdruck ‚Wüste‘ “, erklärt er uns, „ist nicht angebracht. Es geht ‚in den Sand‘, und das ist ein feiner Unterschied.“

Die Wahiba Sands sind nicht nur eine klassische Wüste, sondern eine riesige Sandlandschaft mit beeindruckenden Dünen. Der Begriff ‚Sand‘ betont die Schönheit und Dynamik dieser Landschaft.

Und dort leben noch Beduinen, die sich an die Bedingungen angepasst haben. Die Region ist nicht völlig unbewohnt, was den Begriff ‚Wüste‘ wenig passend erscheinen lässt.

Es ist spannend, wie Sprache die Wahrnehmung einer Umgebung beeinflussen kann. Das Wort ‚Wüste‘ wird oft mit Trostlosigkeit und lebensfeindlichen Bedingungen assoziiert. ‚Sand‘ hingegen klingt sanft und natürlich. Einladend.

Und genauso haben wir es auch empfunden bei unseren zwei Tagen im Sand von Oman.

Auch im Business wird Sprache strategisch eingesetzt, um Emotionen, Wahrnehmungen und Reaktionen zu steuern. Ein paar Beispiele:

✳️ „Premium“ statt „Teuer“ – Niemand zahlt gerne „zu viel“ für etwas. Aber wenn ein Produkt als „Premium“ oder „Exklusiv“ vermarktet wird, wird der höhere Preis als gerechtfertigt und erstrebenswert wahrgenommen.

✳️ „Agil“ statt „Unorganisiert“ – Wenn Unternehmen ihre Arbeitsweise als „agil“ bezeichnen, signalisiert das Dynamik und Innovationsfähigkeit. Es wird positiv konnotiert, auch wenn manchmal Prozesse dabei chaotisch wirken können.

✳️ „Optimierung“ statt „Kostensenkung“. Die Wortwahl beeinflusst, wie Mitarbeitende Veränderungen wahrnehmen. „Optimierung“ vermittelt die Idee von Verbesserung und Effizienz, während „Kostensenkung“ eher nach Einsparungen und möglichen Verlusten klingt.

✳️ „Customer Journey“ statt „Verkaufsprozess“. Unternehmen sprechen heute oft von der „Reise des Kunden“ anstatt vom „Kaufprozess“. Das klingt persönlicher, emotionaler und zeigt, dass das Erlebnis des Kunden im Mittelpunkt steht.

➡️ Welche Beispiele fallen Ihnen ein?

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Ich bin Bernd Scharbert und begleite und berate gerne, wenn es um Interkulturelle Führung, um Vielfalt & Diversität oder ganz allgemein um nachhaltig wirkende Arbeit geht. Bei Interesse sprechen Sie mich gerne an.

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