How to decorate a Cake – eine Assessment Übung

Foto Credit: TheBakingLaboratory at WordPress

 

Wochenende und ein kleiner Traum wurde wahr.

Sie war eingeladen zu einem dreitägigen ACADEMY Event eines großen Beratungsunternehmens. Es geht dabei darum, das Unternehmen kennenzulernen (und vice versa natürlich), egal, was man studiert oder welches Vorwissen man mitbringt.

Am Samstag, nach Abschluss des ersten Tages, erhielt ich einen überraschenden Anruf von ihr.

„Herr Scharbert, ich bin ausgestiegen. Es war unerträglich!“,
„ Waaaas? Warum das denn?“

Ich hörte ihr zu. Sie hatte wahrgenommen, dass es nicht darum ging, das zu sagen, was man denkt, sondern das, was man denkt, dass das Unternehmen hören will. Zumindest tat das die überwiegende Mehrheit der etwa 40 Teilnehmenden.

„Herr Scharbert, wir bekamen die Aufgabe, einen Kuchen zu dekorieren. Kreativität, Ideenreichtum und Spontanität waren gefragt. Das Ergebnis: Ich sah meinen Kuchen und dann dreißig andere, die alle in irgendeiner Form das Emblem der Beratungsgesellschaft verarbeitet hatten. Wie sehr will man sich denn noch einschmeicheln.“

Aus ihrer Sicht fand sie nur wenige interessante Gesprächspartner unter den anderen Teilnehmenden und zog die Konsequenz. Es war nichts für sie. Sie meldete sich ab. Tschüss.

Ich hatte ihr mal den Rat gegeben, dass sie in schwierigen Entscheidungsmomenten ruhig ihrer Intuition folgen darf. Und das hatte sie getan.

Und nun, meine Reaktion:
„Seien Sie darauf vorbereitet, was Sie sagen, wenn Sie nächste Woche vom Unternehmen angerufen werden. Ihr Handeln ist so ungewöhnlich wie konsequent. Das wird auf Interesse stoßen.“

Drei Tage später der nächste Anruf.

„Herr Scharbert, Sie hatten Recht. Das Beratungsunternehmen hat sich tatsächlich gemeldet. Ein Partner aus einem deutschen Großstadtbüro. Ich war vorbereitet und es war ein überraschend gutes und offenes Gespräch. Nachdem ich ihm die Situation und die Gründe erläutert hatte, hat er mir sofort einen Job angeboten, wenn ich es mir anders überlegen möchte.“

Ich habe von meinem Mentee aus dieser Situation sehr viel gelernt. NEIN zu sagen, wenn viele JA-Sager um einen herum sind, ist manchmal (vielleicht sogar meistens) eine lohnende Angelegenheit. Und das ist ehrlich und achtsam gegenüber sich selbst.

➡️ Wie ist Ihre Strategie, NEIN zu sagen?

Ich bin Bernd Scharbert und meine Aufgabe als Mentor und Begleiter von Führungskräften ist es, nach mehr als 30 Jahren Führungserfahrung in der Unternehmenswelt mein Erfahrungswissen weiter zu vermitteln. Bei Interesse können Sie mir gerne auf LinkedIn, #prepare4landing folgen oder mich direkt ansprechen.

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