Hochbegabt?

Zwischen Ehre und Verantwortung: Warum die Auswahlkommission für mich mehr ist als ein Ehrenamt

Die Studienstiftung des deutschen Volkes versteht sich als Förderung für Menschen mit besonderen intellektuellen Fähigkeiten, die gleichzeitig das Gefühl vermitteln, in der Zukunft soziale Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen zu können.

Als ich 1982 aufgenommen wurde, beschäftigte mich eine Frage, die mich lange begleitet hat: Gehöre ich wirklich dazu?

Ich hatte sehr gute Noten, das Lernen fiel mir leicht. Schon vor und während meines Studiums faszinierten mich andere Länder auf meinen Reisen quer durch Europa. Und ich übernahm früh Verantwortung, etwa als Fußballtrainer für Jugendmannschaften.

Und doch blieb der Zweifel: Hochbegabt? Wirklich? Imposter oder nicht: das war die Frage.

Heute sehe ich das Thema differenzierter. Begabung ist kein Etikett, sondern ein Spektrum. Entscheidend ist nicht der Vergleich mit einem Durchschnitt, sondern die Balance der eigenen Fähigkeiten und das Vertrauen in die eigenen Stärken. Talent ist ein Anfang. Etwas daraus zu machen, ist die eigentliche Herausforderung.

Der Studienstiftung bin ich bis heute dankbar. Als Mitglied des Alumni-Vereins profitiere ich weiterhin von einem inspirierenden Netzwerk, das mich seit vielen Jahren begleitet.

An diesem kommenden Wochenende bin ich erneut Teil einer Auswahlkommission. Es ist Verpflichtung und Ehre zugleich. Ich bin mir der Wichtigkeit dieser Aufgabe sehr bewusst.

Und es ist auch ein Geschenk: Ich nehme aus den Auswahlgesprächen und aus dem Austausch mit den anderen Kommissionsmitgliedern jedes Mal selbst viel mit.

Und jetzt interessiert mich: Was bedeutet für euch Begabung und wie erkennt man sie jenseits von Noten?

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Ich bin Bernd Scharbert und ehrenamtlich für die Studienstiftung in dieser Rolle tätig. Meine Mitgliedschaft in der Studienstiftung … Alumni für die Wirtschaft schätze ich sehr.

In meiner beratenden Tätigkeit unterstütze ich Führungskräfte dabei, interkulturelle Leitlinien in Ihrem Alltag umzusetzen. Es geht um die Kunst, über Kulturen, Zeitzonen und Sprachgrenzen hinweg zu führen. Und um die Fähigkeit, in global verteilten Teams echte Verbindungen zu schaffen.

#Prepare4Landing #LeadershipInBalance #Brueckenbauer

(Version 2.0)

 

 

 


Kommissionsmitglied – eine ehrenvolle Aufgabe.

Hochbegabt? Darüber spricht man nicht. Man ist es einfach (oder auch nicht), könnte man meinen. Es ist aber viel komplizierter.

Der Diskurs, den Teresa Werner zu diesem Thema bei LinkedIn diese Woche begonnen hat, hat mich sehr bewegt.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes versteht sich ja als Hochbegabtenförderung im Studium. Als ich 1982 aufgenommen wurde, fühlte ich mich mehr in einer Sinnkrise als beflügelt und fragte mich, ob ich wirklich dazu gehöre. Ich hatte zwar sehr gute Noten und das Lernen fiel mir sehr leicht. Ich konnte auch unter Drucksituationen Leistung abrufen und hatte schon in frühen Jahren in meiner Teenagerzeit Führungsaufgaben als Fußballtrainer übernommen – aber hochbegabt? Wirklich?

Imposter oder nicht, das war die Frage.

Viele Jahre später, mitten im Berufsleben, hat mich diese Frage dann wieder eingeholt. Ich war im Rahmen eines Auswahlprozesses für eine Top-Führungsposition in London bei einem Intelligenztest gelandet. In einer abgedunkelten Einzelkabine – die Dunkelkammer werde ich nie vergessen! – hatte ich innerhalb einer Stunde drei Testszenarien zu durchstehen.

Bei der Mustererkennung hatte ich ein flaues Gefühl. Bei der verbalen Intelligenz intervenierte ich, weil der Test in Englisch für mich ein Kampf von Anfang bis Ende war. Gut, dass ich ihn noch einmal auf Deutsch absolvieren durfte. Nur die Logikreihen fühlten sich federleicht an. Ich hatte diesen Teil mit Freude und deutlich vor der gegebenen Zeit erledigt.

Das Ergebnis überraschte mich schon ein wenig – im positiven Sinn.

In einer Vergleichsgruppe mit Managern in ähnlichen Positionen waren meine Mustererkennung und verbale Intelligenz zwar gut, in der genannten Vergleichsgruppe aber nicht mehr als durchschnittlich.

Bei den Logikreihen sah ich mich in der Gauss Kurve dagegen ganz außen rechts. Ich war eine echte Ausnahme und mein Logisches Denken eine Super-Power. Wow, dessen war ich mir so noch nicht bewusst gewesen.

Diese Erkenntnis beflügelte mich sehr. Sie bestärkte mich in meiner Annahme, auch mit nicht vollständigen Informationen als Manager in die richtige Richtung nach vorne für eine gute Entscheidungsfindung denken zu können. Und dieses Wissen gab mir sehr viel Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Also doch hochbegabt?

Das Thema ist komplex. Und die Antwort auf die Frage wirklich nicht so wichtig. Heute sehe ich die Balance zwischen den verschiedensten kognitiven Fähigkeiten und die Tatsache, dass man seinen Stärken vertrauen darf, und nicht so sehr auf den Durchschnitt achten sollte. Und die Begabung ist erst einmal ein Talent. Und daraus etwas zu machen, ist die wahre Herausforderung.

Der Studienstiftung bin ich für die gebotenen Möglichkeit sehr dankbar und zwar bis heute. Als Alumni der Studienstiftung e.V. profitiere ich von den Inspirationen eines großartigen Netzwerks und begleite auch die Aufnahme neuer Mitglieder innerhalb der Auswahlkommission. Das ist Verpflichtung und eine große Ehre. Ich nehme diese Verantwortung dafür sehr ernst.

Es ist eben ein sehr komplexes Thema und niemals leicht.

Oder wie siehst du das?

Ich bin Bernd Scharbert und meine Aufgabe als Mentor und Begleiter von Führungskräften ist es, dafür zu sorgen, dass globale, interkulturelle Teams, die virtuell zusammenarbeiten, erfolgreich sind.

(Version 1.0)

 

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