Gleebooks – Sprachen verbinden

Gleebooks in der Glebe Point Road, eine Buchhandlung mit Niveau. Weil sie mich jedes Mal, wenn ich in Sydney bin, mit einem Buch überrascht, dem ich nicht widerstehen kann.

Es war der Titel, „Exophony: Voyages Outside the Mother Tongue“, der mich das Buch in die Hand nehmen ließ: Das Wort „Voyage“ im englischen Titel und der Hinweis auf die Reisen außerhalb der „Muttersprache“. Ich versprach mir Erkenntnisse für mein Thema der interkulturellen Führung, und zwar der inklusiven Nutzung der Sprache in global verteilten Teams.

Den Begriff Exophonie musste ich erst mal googeln. Es bezeichnet das Schreiben in einer Sprache, die nicht die Muttersprache der Autorin oder des Autors ist.

Worum geht es: Yoko Tawadas Storytelling und linguistische Analysen laden ein, Sprache nicht als festes Zuhause zu begreifen. Jede Sprache formt aufs Neue, wie wir die Welt und uns selbst wahrnehmen. Schreibend zwischen Japanisch und Deutsch, behandelt sie Mehrsprachigkeit wie einen kreativen Spielplatz.

Sie zeigt, wie das Hinaustreten aus der eigenen Muttersprache kulturelle Grenzen auflösen, verborgene Geschichten freilegen und neue Denkwege eröffnen kann. Ihre Essays erinnern mich daran, dass Identität nicht in einer einzigen Sprache verankert ist, sondern fließend bereichert werden kann.

Über die eigene Muttersprache hinauszugehen, ist ein Akt des Grenzübertritts. Und zwar im Denken und bezüglich der eigenen Identität. Es werden neue Verbindungen geknüpft.

In meiner Arbeit erlebe ich dasselbe Prinzip: Führungspersönlichkeiten, die sich fließend zwischen kulturellen und sprachlichen Bezugsrahmen bewegen, sind besser in der Lage, Vertrauen über Unterschiede hinweg aufzubauen.

Inklusive Sprache ist dabei eines meiner Leitprinzipien. Es geht nicht nur darum, ausschließende Begriffe zu vermeiden, sondern bewusst ein Sprachverhalten zu wählen, das zur Teilhabe einlädt, unterschiedliche Perspektiven anerkennt und Raum für Stimmen schafft, die sonst vielleicht überhört würden.

So wie Tawada zeigt, dass Identität durch mehrere Sprachen bereichert werden kann, lässt sich Führung durch vielfältige Sicht- und Ausdrucksweisen stärken:

  • Offen sein für Ausdrucksformen, Metaphern und Kommunikationsstile, die nicht die eigenen sind.
  • Erkennen, dass eine „nicht-muttersprachliche“ Stimme gerade deshalb neue Einsichten bringen kann, weil sie von außerhalb des dominanten Rahmens kommt.
  • Sprache als Brücke und nicht als Barriere nutzen, damit kulturelle Inklusion Innovation vorantreibt.

 

Mit dieser Haltung zu führen bedeutet, Teams zu gestalten, in denen jede Stimme in jeder Sprache die Gelegenheit hat, die Zukunft mitzuprägen.

Und ihr Lieblingsbuchladen? Welches Buch hat Sie kürzlich inspiriert?

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Ich bin Bernd Scharbert und habe vier Leitlinien für interkulturelle Führung entwickelt, die dabei unterstützen, global verteilte Teams erfolgreich zu führen. Bei Interesse sprechen Sie mich gerne an.

#Prepare4Landing  #InterculturalLeadership #Inclusion

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