Es gibt Sätze, die mir im Gedächtnis bleiben. Einer davon fiel in einer Coaching-Session, in der Übergangsphase zwischen meinem Corporate-Leben und meiner Selbständigkeit.
Ursula, meine Coachin damals, sagte beiläufig: „Bernd, du bist ein Genuss-Mensch.“ Sie hat tatsächlich einen Kern getroffen.
Genuss ist Aufmerksamkeit. Ein bewusstes Wahrnehmen der kleinen Momente, in denen etwas Wesentliches sichtbar wird. Und genau solche Momente durfte ich in den letzten Wochen erleben.
> In der Thalia Buchhandlung im Main-Taunus-Zentrum entdecke ich mein Buch in der Auslage. Ich bin nicht allein. Meine Frau steht neben mir, hält das Smartphone bereit, fängt die Szene ein. Ein stiller Moment des Teilens. Kein Triumph, sondern ein Innehalten.
>> Im Hugendubel in Frankfurt treffe ich eine Gesprächspartnerin, die sich Zeit nimmt, mit mir über die Inhalte zu sprechen. Zwischen den Regalen entsteht ein Dialog, der mich daran erinnert, warum ich schreibe: um Resonanzräume zu öffnen, weniger um Regale zu füllen.
>>> Und dann ist da die Papier-Ecke auf dem Lindenhof in Oberndorf am Neckar. Ein kleiner Laden, geführt mit Herzblut. Die Inhaberin hat mein Buch in einem Arrangement platziert, das größer wirkt als jede Großstadt-Auslage. Ein Zeichen der Verbundenheit und ein Moment, der mich an meine Wurzeln erinnert. In einer Stadt ohne Buchladen wird ein Buch plötzlich zu einem kleinen Fest.
Diese drei Szenen stehen dafür, was Genuss im beruflichen Kontext bedeuten kann und warum er eine, vielleicht unterschätzte Führungsqualität ist.
Führung beginnt mit Wahrnehmung. Wer führen will, sollte sehen können: Menschen, Situationen, Zwischentöne. Genuss ist die Fähigkeit, genau das zu tun. Und zwar nicht im Sinne von Konsum, sondern im Sinne von Präsenz.
Wer genießt, ist im Moment. Und wer im Moment ist, kann anderen wirklich begegnen. Kleine Augenblicke werden zu Ankerpunkten, an denen wir uns selbst und unsere Wirkung verstehen.
Führung braucht Räume, in denen etwas zurückklingt. Ich sehe darin eine der leisesten, aber wirksamsten Formen von Führung: die Fähigkeit, die kleinen Momente nicht zu übersehen.
Und jetzt interessiert mich: Welche Situationen erinnern Sie daran, warum Sie tun, was Sie tun?
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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Sie als Führungskraft dabei, interkulturelle Leitlinien in Ihrem Alltag umzusetzen. Wenn diese Thematik bei Ihnen Resonanz findet, dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen.
Mehr Informationen zu meinem Buch finden Sie bei Budrich Inspirited (https://lnkd.in/deprHftk). Es geht dabei
- Um die Kunst, über Kulturen, Zeitzonen und Sprachgrenzen hinweg zu führen.
- Um die Fähigkeit, in global verteilten Teams echte Verbindungen zu schaffen.
- Und um die Überzeugung, dass kulturelle Vielfalt keine Hürde ist, sondern eine Stärke. Aber nur, wenn wir lernen, sie bewusst zu nutzen.



