Fußballkater mit globalem Trost

Vorgestern fühlte sich ein Fußballabend an wie ein schwerer Morgen danach. Gestern war so ein Tag für mich.

Dafür hat „die Mannschaft“ die Menschen in Ecuador und Paraguay glücklich gemacht. Das ist doch auch etwas wert. In beiden Ländern wurden Feiertage ausgerufen.

Auch das gehört zur Wahrheit: Unsere Enttäuschung ist anderswo ein Grund zur Freude.

Trost kommt dieser Tage aus vielen Richtungen. Ein Freund aus der arabischen Welt schrieb mir: “A tragic match and a furious ending for the German team… Germany will eventually return to a level where it can truly threaten any opponent.”

Solche Worte wirken wie Balsam. Und ja, vielleicht braucht es weitere acht Jahre. Historisch gesehen dauert es zwei Jahrzehnte, bis Deutschland nach einem WM-Titel erneut zur Weltspitze findet. 54, 74, 90, 2014. Man könnte schneller aus Fehlern lernen, oder?

Geteiltes Leid hilft. Die Niederländer haben den brasilianischen Rekord gebrochen. Seit 15 WM-Spielen ungeschlagen und trotzdem ausgeschieden. Marokko dagegen, als Nummer 6 der FIFA-Weltrangliste, war kein Außenseiter, sondern Favorit. Ein Triumph der Globalisierung des Spiels. Und ein ernsthafter Prüfstein für Frankreich im Viertelfinale?

Fußball verbindet die Völker. Die Top-Ligen Europas haben Spieler aus aller Welt angezogen, und die Konsequenz ist klar: Der Weg ins Viertelfinale ist heute weiter als früher. Deutschland hat es bis 2018 nie verpasst, außer 1938. Die Welt hat sich verändert, der Fußball auch.

Der Afrikanische Kontinent hat 9 von 10 Teams in die Sechzehntelfinals (was für ein Wort, oder?) gebracht, die beste Quote aller Kontinente. Auch das ist eine Nachricht wert.

Was bleibt? Ein Perspektivwechsel, der gut tut. Ein globales Netz aus Emotionen, das ich wahrnehme. Und die Erkenntnis: Auch im Kater liegt Verbundenheit. Denn Fußball ist für mich heute ein kulturelles, menschliches und globales Erlebnis.

Ich spüre den Schmerz und suche nach Mustern, um ihn einzuordnen. Und wie geht es dir nach diesem Spiel gegen Paraguay?

 

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Ich bin Bernd Scharbert und schreibe über Erfahrungen, die sich aus dem Fußball auf das Geschäftsleben übertragen lassen. Und ich begleite und berate gerne, wenn es um Interkulturelle Führung geht. Gerne können Sie auch einen Blick in mein Buch werfen. „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung.“

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Ich war dort, am Dreiländereck bei den Iguazú Wasserfällen. Ein Erfolgsdreieck des südamerikanischen Fußballs. Seit vorgestern gehört auch Paraguay dazu, zumindest bist zum Spiel gegen Frankreich.

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