Emotionale Standpunkte

Mit diesem Spruch, oben im Bild, beginne ich meine Vorlesung, wenn es um Nachhaltigkeit und Wirtschaftsethik geht. Er stammt von Jerry Taylor, einem amerikanischen Umweltaktivisten und Politikberater, der früher als Klimaskeptiker bekannt war.

Und ich darf mich dabei an meine eigene Nase fassen. Denn auch ich stelle für mich fest, dass ich zwar nicht so sehr ideologisch, aber emotional schon so meine Vorlieben habe.

In der aktuellen Diskussion zum Beispiel nehme ich wahr, wie Thomas Tuma zu der Leistung von Robert Habeck steht, dem er jegliche Wirtschaftskompetenz abspricht (https://lnkd.in/gvZ_NQge).

Gleichzeitig lese ich bei Peter Jelinek, wie Habeck bereits im September 2019 vorausschauend und kompetent die kommenden strukturellen Probleme der Autoindustrie im Land beschreibt und die Entwicklung, die wir jetzt sehen, vorausgesagt hat (https://lnkd.in/gRpQQDqJ).

✳️ Ausgerechnet die Automobilindustrie, denke ich, die für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine so herausragende Rolle spielt. Wo „Dieselgate“ einen ganzen Konzern in die Krise gestürzt hat mit Folgen für die Mitarbeitenden und darüber hinaus in die Gesellschaft hinein.

✳️ Ausgerechnet bei einer Marke mit herausragendem Export-Charakter, wo jetzt der Ruf überall im Ausland, ob China oder USA, nachhaltig Schaden genommen hat.

✳️ Ausgerechnet immer noch der Verbrenner. Zwar mit einer World-Class-Technologie, aber um Deutschland herum wird nur noch auf E-Autos gesetzt. Leistungsstarke Batterien, herausragende Software-Ingenieure und einen Plan für ein kluges Geschäftsmodell. Das ist es, was jetzt gebraucht wird, oder?

Und es geht darum, nicht zu jammern, sondern darum, die Hausaufgaben zu machen. Nachzulesen bei Thomas Tuma, der über ein Interview mit Christian Kohlpaintner, dem CEO von Brenntag, berichtet (https://lnkd.in/gxp9N88T).

„Wir als Wirtschaft“, sagt darin Kohlpaintner, „haben alles selbst in der Hand. Ich halte nichts von Selbstmitleid. Natürlich müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen, aber vor allem: Wir als Chemieindustrie müssen unsere Hausaufgaben machen …“

Ideologie und Emotionen hin oder her. In meiner Vorlesung geht es immer auch um den Perspektivenwechsel. Die Fähigkeit, der anderen Seite zuzuhören und sich in sie gedanklich hineinzuversetzen. Auch wenn man nicht zustimmt. Es geht um den Diskurs.

➡ Das ist meine Meinung. Wie sehen Sie das?

—————————
Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Führungskräfte und Manager mit meinem Erfahrungswissen aus über 30 Jahren Führungserfahrung in der Unternehmenswelt. Übrigens nicht nur zum Thema Nachhaltigkeit, sondern auch zu Aspekten interkultureller Führung. Bei Interesse folgen Sie mir gerne auf LinkedIn #prepare4landing oder kontaktieren mich direkt.

Verwandte Themen

Consent Management Platform von Real Cookie Banner