„Digital Access Active“ steht auf meinem Display – Digitale Leichtigkeit und die Frage dahinter
Man gewöhnt sich sehr schnell an die neue Umgebung und auch an die Bequemlichkeit, die so ein digitales Zeitalter mit sich bringt. Jedenfalls in Australien.
Los ging es heute mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ob Straßenbahn, Metro, Zug oder Fähre. Einfach einchecken und auschecken mit ApplePay auf dem Handy oder mit einer Kreditkarte. Aufladbare Karten gibt es auch noch, aber die werden kaum noch benutzt.
Einkaufen bei K-Mart im Shopping-Center. Man bezahlt an Automaten ohne Kassiererin. Und nicht am Ausgang, sondern mittendrin. Kassenzettel kommt als Barcode, mit dem man den Ausgang freischalten kann. Und so funktioniert hier jeder Supermarkt.
Mittagessen in einem Café-Restaurant. Bestellung per Barcode, der einem die Speisekarte auf das Handy spielt. Mit der Bestellung wird gleich bezahlt und ein paar Minuten später wird serviert. Easy. Die Servicekraft sieht man in dem Prozess nur einmal.
Ja, und am frühen Abend geht es ins Fitness-Studio. Es ist schon nach Feierabend und ich muss über den Hintereingang rein. Die App auf meinem Handy erlaubt mir den Zugang. „Digital Access Active“ lese ich auf meinem Display.
Ein Tag in Sydney genügt, um zu spüren, wie selbstverständlich digitale Infrastruktur hier geworden ist. Man checkt mit ApplePay in die Straßenbahn ein, bezahlt im Supermarkt an Automaten mitten im Laden, bestellt im Café per QR‑Code und öffnet das Fitnessstudio über eine App. Alles fließt. Alles erkennt dich. Alles funktioniert.
Was mich daran fasziniert, ist weniger die Technik selbst als das kulturelle Muster, das sich darin zeigt. Ich beobachte Alltagsszenen und lese darin, wie Gesellschaft sich verändert. In Australien ist Digitalität Praxis.
Sie schafft Leichtigkeit, Vertrauen und Geschwindigkeit. Sie nimmt Reibung aus dem Tag. Und sie verschiebt die Beziehung zwischen Menschen und Dienstleistung: Die Kassiererin, der Kellner, der Empfang. Sie treten zurück, während Systeme übernehmen.
Diese Leichtigkeit hat eine stille Kehrseite. Wenn Räume uns erkennen, aber nicht begrüßen, verändert sich auch unser Gefühl von Zugehörigkeit. Wir bewegen uns durch eine Welt, die uns effizient begleitet, aber kaum soziale Spuren hinterlässt. Komfort ersetzt Kontakt.
Und hier stelle ich meine Frage an Sie: Wie verändert Technologie die Art, wie wir uns als Teil einer Gesellschaft fühlen?
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Ich bin Bernd Scharbert, Mitglied im German Australian Business Council (GABC) und regelmäßig zwischen Frankfurt am Main und Sydney unterwegs.
Ich begleite und berate Sie gerne, wenn es um Interkulturelle Führung geht. Und ein Blick in mein Buch „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung“ ist immer für einen Ratschlag oder eine Handlungsoption gut. Es ist überall im Buchhandel und im online Versand vom Verlag Barbara Budrich erhältlich.
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