Ich werde das nie vergessen. Nach unserem Umzug von Frankfurt nach Boston, unserem ersten Expat Abenteuer, sagte Paul eines Abends zu mir: „Bernd, wenn du einen Witz in meiner Sprache erzählen kannst und ich darüber lache, dann kannst du die Sprache wirklich.“
Ein Satz, der mich damals gleichzeitig motivierte und herausforderte. Denn Humor ist die Königsdisziplin jeder Sprache.
Es hat ein gutes halbes Jahr gedauert. Und dann war es ausgerechnet ein Wortwitz. Etwas, das eigentlich den deutschen Humor ausmacht. Wordplay, wie Bienvenue Angui es in ihrem Buch Germany from A to Z nennt, wenn sie über den deutschen Humor schreibt.
Es war die Zeit der World Series im Baseball. Im entscheidenden Spiel sollten die Oakland A’s und die San Francisco Giants aufeinandertreffen. Ein echtes Lokalderby in der Bay Area. Gespielt werden sollte im Candlestick Park, dem Stadion der Giants.
Doch kurz vor Spielbeginn, am 17. Oktober 1989, erschütterte ein kleines Erdbeben die Region. Die Elektrik im Stadion, und damit das Flutlicht, fielen aus und das Spiel musste abgesagt werden.
Ich saß mit Paul zusammen, wir sprachen über die Absage, und ich sinnierte laut:
„Warum soll das Spiel ausfallen? Schließlich heißt es nicht ohne Grund Candlestick Stadium!“
Paul schaute mich an. Einen Moment lang war es still. Dann musste er lachen.
Ich grinste: „Paul, das war ein Witz und du lachst. Jetzt kann ich endlich deine Sprache!“
„Stimmt“, sagte er. Und ich war ein wenig stolz.
Humor ist tatsächlich ein Gradmesser dafür, wie tief man in einer Kultur angekommen ist. Ein Witz funktioniert nur, wenn Timing, Kontext und Zwischentöne stimmen und genau das macht ihn zum ultimativen Sprachtest.
Auch wenn ich nicht weiß, ob dieses Beispiel heute noch witzig ist, wurde mir in dem Moment, als Paul lachte, klar: Ich hatte seine Sprache getroffen so, dass sie resonierte.
Und jetzt interessiert mich: Welche Situation hat dir gezeigt, dass du in einer neuen Sprache wirklich angekommen bist?
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Ich bin Bernd Scharbert und unterstütze Sie als Führungskraft dabei, interkulturelle Leitlinien in Ihrem Alltag umzusetzen. Es geht darum, kulturelle Unterschiede nicht als Hürde, sondern als Stärke zu nutzen, und in global zusammengesetzten Teams echte Verbindungen zu schaffen. Inklusive Nutzung der Sprache ist das Thema der Leitlinie 1.
Gerne können Sie auch einen Blick in mein Buch werfen. „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung.“ Es ist überall im Buchhandel erhältlich und auch im Online-Shop vom Verlag Barbara Budrich.
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Der Cartoon ist KI generiert.



