Kennen Sie den? – Vier Studierende sitzen in einem Auto, das nicht anspringt: Der Chemiker prüft den Kraftstoff, der Elektrotechniker die Batterie, der Maschinenbau-Ingenieur die Zündkerzen. Und der Informatiker? Er sagt: „Lasst uns aussteigen, wieder einsteigen und neu starten.“
Genau dieser Trick hat bei meinem Fahrzeug, ein deutsches Modell der gehobenen Mittelklasse, lange funktioniert. Wenn beim Starten plötzlich Fehlermeldungen über das Display liefen, half der IT‑Kniff zuverlässig. Neustart, alles gut.
Bis jetzt.
Nach unserer Sommerabwesenheit war das Auto endgültig verstimmt. Kein Mucks mehr. Die Mobilitätsgarantie im Leasingvertrag versprach Hilfe, doch die Werkstatt meldete: „Alle Systeme down.“ Ein Satz am späten Vormittag, der in der digitalen Gegenwart fast schon normal klingt.
Am frühen Abend wurde das Auto schließlich abgeschleppt, ich bekam einen Ersatzwagen. Der Fahrer meinte nur: Viele deutsche Marken kämpfen derzeit mit Elektrik Problemen.
Ich nehme es mit Humor. Der Frisörtermin fiel aus, aber nicht die Gelassenheit.
Seit Jahren verfolge ich die Transformation der Automobilbranche: Softwarekompetenz, Batterieforschung, E‑Mobilität. Weil sich die Entwicklungen im Automobilbereich überschlagen, kaufe ich kein Auto, sondern lease es für drei Jahre. Und dann sieht man weiter.
Hinter meiner Anekdote steckt die harte Realität. Wenn ein Informatiker‑Witz zur realistischen Reparaturstrategie wird, zeigt das ein strukturelles Problem: Die deutschen Automobilhersteller verlieren technologisch den Anschluss. Und zwar genau dort, wo die Zukunft entschieden wird.
Die Entscheidung für mein nächstes Fahrzeug wird nicht nur wegen meiner Mobilität schwieriger. Sie wird schwieriger, weil sich eine ganze Industrie neu erfinden muss. Und das passt zu der heutigen Schlagzeile am 4. September 2026:
„Abbau von 50.000 Stellen, vier Werke auf der Kippe und das ist noch nicht alles. VW hat ein gigantisches Sparprogramm auf den Weg gebracht.“
Und jetzt meine Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen Automobilindustrie?
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Ich bin Bernd Scharbert, Autor des Buchs „Prepare for Landing: Leitlinien für interkulturelle Führung“ und begleite und berate Führungskräfte zu Themen integrativer Führung.
An der Hochschule Albstadt-Sigmaringen lehre ich „Wirtschaftethik und Nachhaltigkeit“ als Dozent innerhalb der Fakultät Business Science und Management. Im Rahmen der Diskussion rund um das Thema E-Mobilität beschäftigen wir uns in der Vorlesung auch mit den Herausforderungen für die deutsche Automobil-Industrie.
#Prepare4Landing #LeadershipInBalance



