Finale. Deutschland in der Verlängerung im Wembley Stadion 1966 gegen England. Ich habe es im live-TV miterlebt, das Wembley Tor. Ein Tor, das keines war. Der Ball war nicht vollumfänglich hinter der Linie. Es war das vorentscheidende Tor, das die WM entschied. England wurde Weltmeister.
Was danach geschah, nenne ich mal den Fluch von Wembley. Jedes entscheidende Spiel in einer WM oder EM gegen Deutschland ging für England verloren.
✳️ 2:3 nach Verlängerung und 2:0 Führung bei der WM 1970 in Mexiko,
✳️ die legendäre 1:3 Heimniederlage im EM-Viertelfinalhinspiel 1972 in Wembley,
✳️ 3:4 nach Elfmeterschießen 1990 im WM-Halbfinale in Italien,
✳️ 5:6 nach Elfmeterschießen 1996 im EM-Halbfinale zuhause in Wembley
✳️ und schließlich die 1:4 Niederlage im WM-Achtelfinale 2010 in Südafrika.
Doch diese letzte Niederlage brach den Bann. Warum?
Kurz vor der Halbzeit, die deutsche Elf führte knapp mit 2:1, krachte ein Distanzschuss der Engländer an die Unterkante der Latte und sprang eindeutig und vollumfänglich – die Zeitlupe zeigte es – hinter der Linie auf. Ein reguläres Tor. Aber der Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen.
Au Weia, dachte ich, jetzt sind wir quitt. Nach 46 Jahren. Von 1966 bis 2010.
Auch wenn das deutsche Team dann dieses Spiel gewann, war der Fluch aufgehoben. Und tatsächlich. Beim nächsten Aufeinandertreffen bei der EM 2020 unterlag Deutschland in Wembley mit 0:2. Endlich, werden die Engländer sagen. Der Bann war gebrochen.
Doch was heißt das für die Gegnereinschätzung in Zukunft. Deutschlands Angstgegner heute ist Spanien. Niederlagen im EM-Finale 2008 und im WM-Halbfinale 2010 und das Vorrundenaus durch ein 1:1 Unentschieden bei der WM 2022.
Und dann dieses vorgezogene Endspiel im Viertelfinale der EM 2024. Ein klares Handspiel vier Minuten vor Ende der Verlängerung. Ein Rätsel, warum das in Zeiten von VAR keinen Elfmeter gab. Na ja, Spanien wurde Europameister, im Turnierverlauf durchaus verdient.
Nur jetzt – meine Voraussage – wird sich die Geschichte wiederholen. Dieses Mal nicht mit England, sondern nun mit Spanien. Die nächsten 46 Jahre keinen Sieg gegen Deutschland in einer WM oder EM. Bis man wieder quitt ist durch einen nicht gegebenen Handelfmeter auf der anderen Seite.
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Ich bin Bernd Scharbert und schreibe über Erfahrungen, die sich aus dem Fußball auf das Geschäftsleben übertragen lassen. Heute geht es mal um historische Merkwürdigkeiten. Wenn dich das interessiert, dann folge mir gerne auf LinkedIn, #fussballmeetsbusiness oder #Prepare4Landing.



