Buchbesprechung im Vorstellungsgespräch

„Welches Buch liest du denn gerade?“

Eine meiner Lieblingsfragen, wenn ich junge Erwachsene bei ihren Vorbereitungen auf die Vorstellungsgespräche bei Universitäten oder auch für Stipendien begleite. Wir üben das bevorstehende Interview mit Fragen, die möglicherweise gestellt werden könnten.

Typische Reaktion meines Mentees ist ein angestrengtes Nachdenken, welches Buch es denn ist.

„So genau ist das nicht gemeint“, ergänze ich dann weiter, „sondern so, dass du mir ein Buch nennst, über das du mir viel erzählen kannst und das für dich wichtig ist.“

„Ach so“, kommt es dann. „Jane Austen ist einer meiner Lieblingsautorinnen. Das steht auch in meinem Lebenslauf. Und ‚Stolz und Vorurteil‘ ist ein Roman, aus dem ich sehr viel mitgenommen habe.“

Und so tauchen wir ein in den Inhalt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse meines Gegenübers. Es geht um soziale Normen und Klassenunterschiede, Vorurteile und persönliches Wachstum. Zeitlose Themen.

In meiner Kommissionsarbeit zur Aufnahmeprüfung in die Studienstiftung stelle ich die Frage nach dem aktuellen Buch auch gelegentlich. Einfach, weil ich mich gerne über Literatur unterhalte, selbst Neues lernen und mir ein Bild über die Reflektionsfähigkeiten meines Gesprächspartners, -partnerin machen kann.

Nach ein paar Tagen kam dann die Rückmeldung aus dem Begleitgespräch von oben. Mit einem Strahlen wird mir berichtet, dass es geklappt hat. „Und du glaubst ja nicht, was die Einstiegsfrage war“, wird mir eröffnet.

Das Interview begann tatsächlich wie folgt: „Ich habe in Ihrem Lebenslauf gesehen, dass wir eine Gemeinsamkeit haben, unsere Vorliebe für Jane Austen.“

Man kann sich denken, welchen Verlauf das Gespräch dazu und dann auch zu anderen Themen genommen hat. Gemeinsamkeiten zu entdecken, die Verbindungen schaffen, sind wunderbare Brücken, auf denen man auch reißende Ströme gut überqueren kann. Und das gilt nicht nur für Vorstellungsgespräche.

➡️ Und du? Welches Buch liest du gerade?

Ich bin Bernd Scharbert und meine Aufgabe als Mentor und Begleiter von Führungskräften ist es, dafür zu sorgen, dass virtuelle, global zusammengesetzte Teams erfolgreich sein können. Folgen Sie gerne meinem Hashtag #prepare4landing oder besuchen Sie meinen Blog.

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